Arachnophobie: Die Angst vor Spinnen

Spezifische (isolierte) Phobie F40.2 - Spinnenphobie

Arachnophobie: Die Angst vor Spinnen
Arachnophobie: Die Angst vor Spinnen
Der Begriff Arachnophobie setzt sich aus dem griechischen Wort für Spinne (arachne) und dem griechischen Wort für Angst (phobos) zusammen. Diese extreme Angst vor Spinnen und anderen achtbeinigen Spinnentieren (wie Skorpionen) könnte tatsächlich eine evolutionäre Reaktion sein: Spinnen, insbesondere giftige, wurden lange Zeit mit Krankheiten und Infektionen in Verbindung gebracht.

“Wir wissen, dass viele Spinnenarten giftig sind und beißen und wir wissen, dass aus direkter Erfahrung, aus der Wissenschaft, aus der Biologie, aus dem Fernsehen und weil wir sehen, wie andere Menschen gebissen werden”. “Wenn wir eine Spinne in unserer Nähe sehen, ist es daher eine natürliche Reaktion, Angst zu empfinden und die Spinne zu meiden.”

Bei vielen Menschen löst die Angst vor Spinnen eine “Ekelreaktion” aus. Menschen mit schwerer Arachnophobie haben eine so extreme Abneigung gegen Spinnen, dass sie sich vielleicht nicht einmal in ihren Keller oder ihre Garage trauen, weil dort eine Spinne sein könnte. Wenn sie einer Spinne begegnen, verlassen sie schreiend vielleicht sogar das Haus, anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen. Es kann passieren, dass schon ein Bild auf die Spinne im Fernseher solche Angst auslöst, auch wenn diese unangemessen und  irrational ist.

“Wenn die Angst so groß ist, dass sie uns von Aktivitäten abhält, die wir sonst gerne tun wollen oder müssen oder sich so äußert, dass sie uns körperlich (Schweißausbrüche, Schwindel, Hitzewallungen, Übelkeit, usw.) und geistig schwächt, wissen wir, dass unsere Angst vor Spinnen irrational geworden ist”.

Ursachen der Arachnophobie

Wie bei anderen Phobien kann sich die Arachnophobie bei einer Person entwickeln, weil sich die Reaktion auf andere Phobien auf Spinnen ausbreitet. Für sie ist es eine erlernte Reaktion, z.B. wenn sie sehen, wie ein Familienmitglied beim bloßen Anblick eines Spinnennetzes vor Angst schreit und aus dem Haus rennt. Einige Experten vermuten, dass die Angst vor Spinnen durch den kulturellen Hintergrund beeinflusst wird. In bestimmten Gegenden Afrikas fürchtet man sich beispielsweise vor großen Spinnen, aber in Südafrika, wo Spinnen gegessen werden, haben die Menschen keine Angst vor ihnen.

Hintergründe warum die Menschen an einer Arachnophobie leiden ist nicht vollkommen erforscht. Die Ursachen sind multifaktoriell. Sie beginnt meistens schon in der Kindheit und man kann nicht eindeutig sagen, warum diese Phobie genau entstanden ist und die Furcht so groß geworden ist. Die Menschen meiden den Kontakt mit den Spinnen. Somit vermeiden sie den Kontakt und die Angst wird noch größer.

Wenn Sie ein traumatisches Erlebnis mit einer Spinne hatten, z. B. einen Spinnenbiss, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie eine Arachnophobie entwickeln.

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Arachnophobie-Symptome

Die Symptome der Arachnophobie können zunächst in der Kindheit oder im Jugendalter auftreten. Sie kann sich auch bei Erwachsenen manifestieren. Die typischen Symptome sind:

  • Schwindel
  • Zittern und Schwitzen
  • Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
  • Schnelle Herzfrequenz
  • Hitzewallungen oder Kälteeinbrüche
  • Schmerzen in der Brust
  • Gefühl des Erstickens
  • Übelkeit oder andere Magen-Darm-Beschwerden

Behandlungen für Arachnophobie

Oft kann eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten zur Behandlung von Spinnenangst eingesetzt werden. Auch Entspannungstechniken, wie Meditation können bei der Behandlung von Spinnenphobie hilfreich sein.

Wie bei anderen Phobien kann die Arachnophobie mit Expositionstherapie und kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) behandelt werden. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie versucht der Therapeut, die negativen automatischen Gedanken, die mit Spinnen verbunden sind, durch rationalere Gedanken zu ersetzen. Zur Behandlung von Spinnenphobie kann ein Therapeut die systemische Desensibilisierung einsetzen. “Das ist eine Methode, bei der wir Entspannungstechniken erlernen und uns dann mit unseren Ängsten auseinandersetzen, von dem, was wir am wenigsten fürchten, bis zu dem, was wir am meisten fürchten”.

Durch kognitives Reframing kann eine Person lernen, ihre Sichtweise auf Spinnen zu ändern, so dass sie diese nicht mehr als ekelhaft und gefährlich empfindet. Schließlich kann eine Person auch ihre körperliche Reaktion auf den Anblick einer Spinne ändern. Reframing wird beschrieben als einen neuen Rahmen zu konstruieren, eine neue Bedeutung zu geben. Durch Perspektivenwechsel ändert sich häufig unsere Einstellung zum Positiven.

Manchmal wird ein Antidepressivum oder ein Medikament gegen Angstzustände verschrieben, um die Arachnophobie zu bekämpfen. Und manche Menschen mit Arachnophobie erhalten Hilfe durch eine Virtual-Reality-Therapie, sprich Konfrontationstherapie in vivo bei der sie virtuellen Darstellungen von Spinnen ausgesetzt werden. Dies kann ebenso wirksam sein, wie einige Untersuchungen zeigen.

Überwinden sie ihre Furcht

Informieren sie sich über Spinnen. Sie werden erfahren, dass sie selten Menschen beißen, es sei denn, sie fühlen sich bedroht. Gelegentlich kann ein Spinnenbiss eine allergische Reaktion auslösen. Obwohl der Biss einiger Spinnen, wie der giftigen schwarzen Witwe und der braunen Einsiedlerspinne gefährlich sein kann, sind die meisten Spinnenbisse harmlos.

Denken sie daran, dass Spinnen im Allgemeinen – und dazu gehören auch die gefürchtete schwarze Witwe und die braune Einsiedlerspinne – nur zur Selbstverteidigung zubeißen, wenn sie zwischen ihrer Haut und einem anderen Gegenstand eingeklemmt sind. Außerdem sollten sie wissen, dass es zwar mehr als 63 000 Spinnenarten auf der Welt gibt, aber nur 2 % von ihnen gefährlich sind.

Halten sie sich von Spinnen fern: Lagern Sie Brennholz draußen, um zu vermeiden, dass Spinnen ins Haus kommen. Bringen sie dicht schließende Fliegengitter an ihren Türen und Fenstern an und dichten sie alle Ritzen ab, in die Spinnen eindringen könnten. Achten sie darauf, dass keine Steine oder Holzstücke direkt vor ihrem Haus liegen, denn dort halten sich Spinnen gerne auf. Stellen sie sicher, dass ihr Dachboden und ihre Garage frei von Spinnweben sind.

Sprechen sie mit ihren Angehörigen über ihre Ängsten vor Spinnen und sagen sie ihnen, dass sie sich in Behandlung befinden. Bitten sie ihren Arzt, ihnen einen Fachmann zu empfehlen, der ihnen helfen kann, ihre Arachnophobie zu überwinden. Nur wer sich der Angst stellt, über die Problematik offen redet, wählt die richtige Richtung sich helfen zu lassen.

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