Burnout – Wie erkenne ich ein Burnout Syndrom?

Zustand der totalen Erschöpfung, Ausgebranntsein Z 73.0

Burnout – Wie erkenne ich ein Burnout Syndrom?
Burnout – Wie erkenne ich ein Burnout Syndrom?
Es ist daher seit langem eine vieldiskutierte Frage. Wie lässt sich sich darum ein Burnout eigentlich definieren. Burnout – Wie erkenne ich ein Burnout Syndrom? Fraglos finden sich aber viele Menschen in diesem prägnanten Begriff wieder, denn die hiesige Leistungsgesellschaft bedeutet eine starke emotionale wie körperliche Belastung.

Dementsprechend ist nicht jeder in der Lage diesen Belastungen dauerhaft standzuhalten. Da ein Burnout aber keine eindeutig beweisbaren Krankheitszeichen mit sich bringt, ist die medizinische Diagnose eines ebensolchen schwierig zu stellen.

Burnout – Wie erkenne ich ein Burnout Syndrom?

Es gibt zahlreiche Burnout-Symptome, die sich dabei mit jenen einer Depression überschneiden. Beispiele dafür sind etwa Antriebslosigkeit, Mutlosigkeit, das Gefühl von Sinnlosigkeit und Leere und eine fast permanente Müdigkeit.

Daher wird in der Fachwelt auch die Möglichkeit diskutiert, ob sich womöglich keine scharfe Trennlinie zwischen einer Depression und einem Burnout ziehen lässt. Betroffene definieren zumeist selbst am besten, ob sie sich eher „ausgebrannt“ oder „depressiv“ fühlen.

Wie wird Burn Out diagnostiziert?

Statistisch gesehen zeigt jeder sechste Mensch zudem Symptome einer Depression. Weshalb Sie sich nach eigener Aussage „ausgebrannt“ fühlen.

Erst vor rund 30 Jahren verwendeten amerikanische Wissenschaftler den Begriff des Burnouts erstmalig. Sie beschrieben damit den Zustand von Menschen, die sich aufgrund eines übermäßigen Engagements für eine Sache häufig lustlos, müde und ausgebrannt fühlten.

Eine exakte, einheitliche Beschreibung dafür steht bis heute aus. Dahingegen kennt die Wissenschaft tatsächlich über 160 Definitionsansätze. Dementsprechend wird der Begriff des Burnouts erklärt. Auch wenn man damals noch andere Begrifflichkeiten nutzte, so galten in den 1970er Jahren vor allem Menschen in Sozial- und Pflegeberufen als Burnout-gefährdet.

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Heute kennt man diese Gefahr aus der kompletten Arbeits- und Privatwelt, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen. Überall kann ein Burnout durch Stresssituationen entstehen, die sich wiederholen.

Wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, sich nach der Stressbelastung zu regenerieren, wird eine Stress-Spirale in Gang gesetzt, aus der man in der Regel nur noch durch professionelle Unterstützung herausfinden kann. Durch eine dauerhafte Dichte an Belastungen ist der Burnout, also das komplette Ausgebranntsein, nur eine Frage der Zeit.

Wie merkt man,
dass man ein Burnout hat?

Da der Burnout, wie bereits beschrieben, nur sehr schwer zu diagnostizieren ist, haben die beiden Psychoanalytiker Herbert Freudenberger und Gail North im Jahr 1993 ein 12-Phasen-Modell dazu entwickelt. Ein Burnout entwickelt sich nicht schlagartig, sondern über einen schleichenden Prozess. Dieser kann in dem Modell der beiden Experten recht gut dargestellt werden.

  • 1. Stadium: Der Zwang, sich selbst zu beweisen
  • 2. Stadium: Verstärkter Einsatz
  • 3. Stadium: Subtile Vernachlässigungen eigener Bedürfnisse
  • 4. Stadium: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
  • 5. Stadium: Zunehmende Umdeutung von Werten
  • 6. Stadium: Zunehmende Verleugnung der erkennbar auftretenden Probleme
  • 7. Stadium: schrittweiser Rückzug
  • 8. Stadium: Klar zu beobachtende Veränderung des Verhaltens
  • 9. Stadium: Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit
  • 10. Stadium: Innere Leere
  • 11. Stadium: Depression
  • 12. Stadium: Vollständige Burnout-Erschöpfung

Dieses Modell hat allerdings auch in der Fachwelt nach wie vor den Status einer Theorie. Nicht immer müssen die einzelnen Schritte exakt verlaufen, wie durch die beiden Psychoanalytiker herausgearbeitet.

In der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde ein Positionspapier erstellt, das sich auf 3 wesentliche Dimensionen von Burnout-Anzeichen beschränkt. Es ist nicht als Gegenentwurf zum bereits beschriebenen Modell zu verstehen.

Die emotionale Erschöpfung

Betroffene Personen fühlen sich ausgelaugt und überfordert und haben ihre psychischen wie körperlichen Reserven nahezu aufgebraucht. Typische Anzeichen dieser Erschöpfung sind ein fortwährender Energiemangel, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Es kommt zu Schlafstörungen und körperlichen Beschwerden wie Rücken- und Kopfschmerzen sowie Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt. Die Anfälligkeit für Infektionen ist erhöht.

Zynismus / Distanzierung / Depersonalisation

Die Arbeit, die vor dem Ausbruch der Erschöpfung als positiver Faktor gesehen wurde, wird zu einem zunehmend frustrierenden Übel. Die Folge ist eine zunehmende Distanzierung von der eigenen Arbeit. Dies führt zu Verbitterung, Schuldzuweisungen und einer Abwertung der eigenen Arbeitsleistung.

Der sich daraus entwickelnde Zynismus kann sich auch gegen Familienmitglieder und enge Freunde richten. In extremen Fällen tritt ein weitgehender Gefühlsverlust auf. Der Betroffene reagiert komplett unsensibel und ist nicht mehr fähig zur Empathie.

Verminderte Arbeitsleistung

Die Betroffenen fühlen sich ausgebrannt und ausgelaugt, zweifeln an ihrer eigenen Kreativität und der Qualität der eigenen Arbeit, schieben dies aber auf ein negatives Arbeitsumfeld. Es fällt ihnen immer schwerer, ihre Arbeitsleistung aufrechtzuerhalten, was auf die permanente Belastung zurückzuführen ist.

Die Betroffenen gehen jedoch davon aus, dass sich das eigene seelische Gleichgewicht durch eine positive Änderung der Arbeitsverhältnisse (andere Aufgaben, weniger Arbeit, mehr Anerkennung) wieder herstellen lässt.

Nach der Definition von Freudenberger und North handelt es sich beim Burnout selbst um keine Krankheit. Allerdings wird der Zustand von eindeutigen, klar definierbaren Krankheitssymptomen wie Depression, Angstzuständen, Konzentrationsstörungen, manchmal auch einer Suizidgefahr begleitet.

Zur Diagnose eines Burnouts empfiehlt die DGPPN für eine Zusammenschau, in der dynamische Zusammenhänge zusammenfließen. Bedingungen am Arbeitsplatz spielen dabei ebenso eine Rolle wie das private Umfeld und bestehende Erkrankungen.

Burnout-ähnliche Symptome können auch bei Erkrankungen wie chronischen Schmerzen, Psychosen, Erkrankungen der Schilddrüse, Krebs oder multipler Sklerose auftreten. Betroffene können ihre Aufgaben oft aufgrund der Grunderkrankung nicht vollumfänglich bewältigen.

Kann man Burnout selbst heilen?

Auch dieser Aspekt ist umstritten beziehungsweise wird in der Fachwelt heftig diskutiert. Viele Experten sind der Meinung, dass dies zumindest in einem frühen Stadium teilweise möglich ist. Wer sich die folgenden Ratschläge zu Herzen nimmt, begibt sich auf einen richtigen Weg. Sollte sich dabei herausstellen, dass sich das Problem zu sehr festgefressen hat, ist professionelle Hilfe allerdings unerlässlich. Hier gilt dann das Motto: je eher, desto besser.

Ehrlichkeit gegenüber der eigenen Situation

Nur wer sich sein Problem selber eingestehen kann, der kann auch aktiv daran arbeiten.

Die Lebensumstände verändern

Erkennt man, dass die Arbeit, das persönliche Umfeld oder bestimmte, alltägliche Situationen für das Unglück verantwortlich sind, sollte man aktiv an einer Veränderung arbeiten.

Richtige Kontakte pflegen

Viele Menschen neigen bei Überforderung zur Isolation. Tatsächlich kann es ratsam sein, Kontakte zu Menschen, die einem nicht guttun, zurückzufahren. Gleichzeitig gilt es aber, positive Kontakte aktiv zu pflegen.

Prioritäten setzen

Wer es schafft, wichtige von unwichtigen Dingen zu trennen, der schont seine Nerven und spart dabei sogar noch wertvolle Zeit.

Überforderungen durch Dritte vermeiden

Stellt man fest, dass man von anderen Menschen auf dem Umfeld zu viele Aufgaben aufgebürdet bekommt, sollten diese höflich, aber in deutlichen Worten reduziert werden. Wenn es sein muss, gilt es auch einmal „nein“ zu sagen.

Richtig delegieren

Nicht jeder kann und muss alles selber machen. Gerade die anstrengendsten Dinge, die einen unruhig werden lassen, gilt es richtig zu delegieren.

Das eigene Tempo finden und beachten

Wer im eigenen Rhythmus arbeitet, arbeitet kurz- wie langfristig am besten.

Die Anforderungen des eigenen Körpers beachten

Ein gesunder Körper fordert seinen Tribut. Körperliche Aktivität ist ebenso wichtig wie ausreichendes, regelmäßiges Essen und Trinken sowie ausreichend Schlaf. Diese Aspekte sollten nicht unterschätzt oder gar ignoriert werden.

Lachen

Das beste Mittel gegen den Burnout ist der Humor. Wer täglich etwas zum Lachen hat, tut etwas für sein Wohlbefinden und damit für Körper und Geist.

Was ist zu tun bei Burnout?

Ein Burnout ist eine besondere Form von chronischem, überhöhtem Stress. Chemisch lässt sich ein Burnout bereits messen, bevor sich die angedeuteten körperlichen oder psychischen Symptome zeigen. Typisch sind etwa ein verminderter Magnesium- und Kalziumgehalt oder ein erhöhter Milchsäureanteil im Blut.

Dauerhaft erhöhte Spiegel von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol sind ebenfalls typische Merkmale. Der Zustand des Körpers ist dann vergleichbar mit jenen, die bei Depressionen oder der Apathie nach Schockzuständen messbar sind.

Die Körperfunktionen sind reduziert und beschränken sich im Wesentlichen auf die Organe Leber, Niere, Herz, Lunge und Hirn. Wichtig ist, dass es sich bei Stress und Burnout nicht um unausweichliche Schicksale handelt.

Es gibt zahlreiche Spezialisten wie Stressmediziner, Arbeitsmediziner, Fachärzte für Psychologie und Psychiatrie sowie andere psychologisch geschulte Personen, die einem helfen können, einen Ausweg aus der Stressspirale beziehungsweise dem Burnout zu finden.

Ein wesentlicher Aspekt ist, sein Leben in bestimmten Bereichen neu zu ordnen. Dies betrifft vor allem die folgenden Aspekte.

Zeit Management:

Stress lässt sich im Alltag kaum vollkommen vermeiden. Ein effektives Zeit Management ist allerdings hervorragend geeignet, um auch den Stress zu managen. Auch der Umgang mit dem Stress will gelernt sein, dann verliert er nach und nach seinen Schrecken.

Entspannung:

Haben Körper und Geist nach stressigen Phasen keine Möglichkeit mehr zur vollständigen Erholung, kann der Stress gefährlich werden. Es ist daher empfehlenswert, bestimmte Techniken zur Entspannung zu erlernen. Methoden dafür heißen etwa Yoga, Qigong, Tai-Chi oder progressive Muskelentspannung.

Coaching:

Auch die Begleitung und Unterstützung in schwierigen Situationen kann dazu beitragen, eigene Strategien zur Problem Bewältigung zu entwickeln. Oft werden dabei Fähigkeiten deutlich, die der Betroffene zuvor nicht von sich kannte.

Das Sprechen über Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder im Privatleben:

Manchmal ist es bereits hilfreich, vorhandene Probleme anzusprechen. Dies kann die Entscheidungsfindung in bestimmten Situationen erleichtern. Psychologisch geschulte Personen erkennen in Gesprächen auch tiefliegende Schwierigkeiten. Sie können dann dabei helfen, neue Perspektiven und Strategien zu entwickeln. Dies geschieht in der Regel als „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Medizinische Behandlung:

Wie bereits beschrieben, ist der Burnout keine Krankheit, die sich behandeln ließe. Vielmehr führt er zu einer ganzen Reihe von Begleiterkrankungen. Daher ist ein Gespräch mit dem Arzt des eigenen Vertrauens immer eine gute Basis für einen Start in eine gesunde, entspannte Zukunft.

Wie äußert sich Burnout bei Frauen?

Die Anzeichen für einen Burnout sind bei Männern und Frauen unterschiedlich.

Die meisten Frauen kennen ihren eigenen Körper besser und gehen tendenziell schneller zum Arzt, wenn ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt. Typische Anzeichen für einen Burnout sind bei Frauen vor allem Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Nacken- und Rückenprobleme und Kopfschmerzen.

Außerdem können Beschwerden an Magen und Darm, Leber und Galle sowie Störungen des Herz-Kreislauf-Systems Hinweise für einen Burnout sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn mehrere dieser Aspekte zusammenkommen.

Hilflosigkeit ist Anzeichen bei den Frauen beim Burnout

Auch psychische Burnout-Anzeichen bei Frauen sind nicht vollkommen auszuschließen. Frauen auf dem weg in den Burnout ziehen sich oftmals zurück, brechen unerwartet in Tränen aus und werden im weiteren Verlauf humorlos und unflexibel.

Die körperlichen Anzeichen bei Männern zeigen sich deutlich später. Erste Anzeichen eines Burnouts sind hier vor allem psychischer Natur. Typisch sind etwa

  • Lustlosigkeit
  • Gereiztheit
  • Versagensgefühle
  • Angst, nicht mehr den Anforderungen gewachsen zu sein
  • mangelndes Interesse an der Arbeit oder dem eigenen Aufgabenbereich
  • ständige Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Verzweiflung bis hin zu Hoffnungslosigkeit

Ausgebrannten Männern fehlt die Motivation, Dinge anzupacken. Außerdem sind plötzliche, schier unerklärliche Stimmungsschwankungen. Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Tinnitus oder Probleme des Magen-Darm-Traktes zeigen sich meistens im späteren Verlauf.

Kann Hausarzt Burnout feststellen?

Die Diagnose eines Burnouts dauert oft Monate oder sogar Jahre. Erst spät erkennen Betroffene meist ihre Erkrankung und die Notwendigkeit, sich therapeutische oder medizinische Hilfe zu holen. Ist das Burnout-Syndrom bereits fortgeschritten, lässt es sich allerdings nicht mehr einfach beseitigen.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist das Gespräch mit dem Hausarzt. Dieser kann im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs ein Bild von der Situation bekommen und in einer Untersuchung mögliche Auslöser erkennen.

Erkrankungen können unter Umständen auch auf eine Fehlfunktion der Schilddrüse, eine chronische Infektion, Entzündungen oder eine Krebserkrankung zurückzuführen sein. Hat der Hausarzt diese Möglichkeiten abgeklärt und ausgeschlossen, kann er auf die individuellen Umstände des Patienten eingehen. Mit seinem Rat kann der Patient weitere Schritte in der Behandlung machen.

In der Regel überweist der Hausarzt seinen Patienten an einen Spezialisten. Dieser kann dann eine weitere Behandlung in Form einer Medikation, einer Psychotherapie, einer Reha oder einer anderen Maßnahme in die Wege leiten.

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