Panik – Wie erkenne ich eine Panikattacke?

F41.0 Panikstörung (Episodisch paroxysmale Angst)

Panik – Wie erkenne ich eine Panikattacke?
Panik – Wie erkenne ich eine Panikattacke?
Wie erkenne ich eine Panikattacke? Bei Angst- und Panikstörungen handelt es sich um Angstzustände, die ohne das Vorhandensein einer konkreten Bedrohung auftreten. Ursachen dafür sind noch nicht vollständig geklärt, es gibt dazu allerdings neurobiologische, lerntheoretische sowie psychoanalytische Theorien.

Insgesamt sind es Schätzungen zufolge etwa 15% der Bevölkerung, die unter Angstzuständen von behandlungswürdigem Ausmaß leiden. Unterschieden wird dabei zwischen Panikattacken, die vollkommen ohne äußeren Anlass entstehen, sowie generalisierten Angststörungen, die unbehandelt jahrelang anhalten können. Eine dritte Kategorie sind Phobien, die durch bestimmte, in der Regel jedoch ungefährliche Auslöser hervorgerufen werden.

Beispiele sind die Klaustrophobie, die Flugangst oder eine soziale Phobie. Werden diese nicht behandelt, so ist ein Weg in den sozialen Rückzug, möglicherweise auch einen Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch, vorgezeichnet. Eine Behandlung besteht zumeist aus dem Einstudieren von Entspannungstechniken und gezielten, psychotherapeutischen Gesprächen. In einigen Fällen werden unterstützend bestimmte Medikamente verschrieben.

Das Gefühl der Angst ist nahezu allen Menschen bekannt

Dennoch ist es nicht einfach, diesen Begriff allgemeingültig zu definieren. Die meisten Menschen würden Angst als ein unangenehmes, durch eine Bedrohung ausgelöstes Gefühl beschreiben. Wie erkenne ich eine Panikattacke in der Praxis. Angst hat generell eine sehr nützliche Funktion als Alarmsignal. Als solches soll sie den Menschen dazu veranlassen, Gegenmaßnahmen zur Beseitigung der Bedrohung einzuleiten. In der Regel verschwindet die Angst mit der Beseitigung der Bedrohungslage.

Die krankhafte Angst beziehungsweise Phobie lähmt jedoch die körperlichen wie geistigen Abwehrmechanismen, die einem gesunden Menschen zur Verfügung stehen. Als krankhaft wird die Angst betrachtet, wenn sie ohne erkennbaren Grund auftritt. Dann wird von einer Angst- oder Panikstörung gesprochen, die sich in folgende Bereiche unterteilen lässt.

Wie erkenne ich eine Panikattacke in der F4 Klassifizierung

  • Generalisierte Angststörung F 41.1, generalisierte und anhaltende Angst, die sich nicht auf bestimmte Umgebung oder Situation bezieht. Schwitzen, Benommenheit oder Zittern gehören zu der motorischen Spannung. Man sorgt sich um sich oder Angehörige, dass Unglück passieren kann, genauso andere Sorgen oder Vorahnungen. Frauen sind mehr betroffen.
  • Phobische Störungen F 40.0 Angst,
    die durch ungefährliche Situationen oder Objekte ausgelöst ist. Die Situation oder Objekt wird gemieden oder nur mit großer Angst ertragen.  
  • Panikstörung F41.0 wiederkehrende schwere Angstattacken als ein Angstzustand, wo keine vorhersehbare  Umstände oder keine spezifische Situation vorkommt. Erwartungsangst kommt häufig vor und zwischen den Attacken liegen angstfreie Zeiträume. Zu den Symptomen gehören oft Brustschmerzen, Herzklopfen, Schwindel, Depersonalisation oder Derealisation.

All diese Störungen können sowohl mit seelischen als auch mit körperlichen Beschwerden einhergehen. Eine Folge der Erkrankung ist häufig eine Beeinträchtigung des sozialen Lebens. In der Vergangenheit wurden Angst- und Panikstörungen häufig auch als Neurosen zusammengefasst. Wie erkenne ich eine Panikattacke bei einem Klienten richtig.

Panik und Angst sind unsere Feinde
Panik und Angst sind unsere Feinde

Wie kündigt sich eine Panikattacke an?

Schätzungen zufolge erleben etwa 15 – 30 % der Menschen in ihrem Leben vereinzelte Panikattacken. Insgesamt sind diese also nicht ungewöhnlich, sondern treten sogar relativ häufig auf. Eine Panikattacke tritt auf, wenn das körpereigene Alarmsystem des Menschen einen bestimmten Auslöser wahrnimmt und diesen als bedrohlich klassifiziert.

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Beispiele Wie erkenne ich eine Panikattacke sind mannigfaltig:

  • Der Anblick eines hohen Gebäudes, ein Herzstolpern oder das akute Gefühl von Einsamkeit sind nur drei davon
  • Durch die Angst werden Stresshormone ausgeschüttet, die den gesamten Organismus in Alarmbereitschaft versetzen
  • In vielen Fällen nimmt der Betroffene diese Körperreaktionen wiederum als bedrohlich wahr, wodurch sich die Angst steigert und eine Angstspirale in Gang gesetzt wird
  • Es ist jedoch ganz individuell verschieden, welche Auslöser und Ursachen zu einer solchen Panik Attacke führen können.

Wenn die Panik wiederkommt

Die meisten Menschen werden sich nach einem vermeintlichen Fehlalarm auf die Suche nach der Ursache machen. Um welche Gefahrenquelle geht es? Was habe ich übersehen in der Phase wie erkenne ich eine Panikattacke? Ist meine innere Alarmanlage in Ordnung? Nach einer Panikattacke wird häufig (aber in den seltensten Fällen begründet) angenommen, dass eine körperliche Erkrankung die Ursache sein könnte.

Die meisten Menschen werden die Sache als erledigt betrachten, wenn keine Ursachen gefunden wurden und kein neuer Alarmzustand auftritt. Einige bleiben aber skeptisch und angespannt und setzen sich damit einer regelrechten Erwartungsangst aus: Wann kommt der nächste Fehlalarm? Und ist es überhaupt ein Fehlalarm oder ein real existierendes Problem? Natürlich kann dies dazu führen, neue Panikattacken regelrecht herauf zu beschwören.

Panikattacken treten oft wie aus heiterem Himmel auf. Viele Menschen fühlen sich ihnen daher hilflos ausgeliefert. Jedoch kann man alle Abläufe im Vorfeld einer Panikattacke beeinflussen und gezielt dagegen anarbeiten.

Die eigene Angst einordnen

Die meisten Menschen wünschen sich ein angstfreies Leben. Im Alltag ist dies aber alles andere als sinnvoll. Es gilt also vielmehr, sich die Angst als ein normales, meistens sehr hilfreiches Gefühl bewusst zu machen. Denn bei tatsächlicher Gefahr wird die durch die Angst ausgelöste Energie benötigt, um entsprechende Sicherheitsmechanismen in die Wege zu leiten. Generell sind Angst und sogar Panik also nicht lebensbedrohlich, sondern können in bestimmten Augenblicken sogar lebensrettend sein.

Das Steuer gegen Angst selbst übernehmen

Jede Alarmanlage ist eine sinnvolle Anschaffung, sie darf aber nicht lebensbestimmend sein. Dies gilt auch für die körpereigenen Alarmfunktionen. Das Zurückziehen oder die Vermeidung bestimmter Situationen aus Angst vor einem Fehlalarm sind nur kurzfristig entlastend. Auf längere Sicht wird das gesamte System aber in einen dauerhaften Alarmzustand versetzt.

Grundsätzlich hat jeder Mensch Mechanismen in der Hand, mit denen er seine eigene Alarmanlage programmieren kann. So lassen sich auch wiederkehrende Panikattacken vermeiden.

Entspannter leben

Das menschliche Nervensystem wird durch Stress und belastende Ereignisse im Leben beeinflusst – und damit auch die innere Alarmanlage. Diese Vorgänge sind im Prinzip recht normal, sie können aber auch zu Fehlalarmen führen und Panikattacken begünstigen. Eine Möglichkeit des Gegensteuerns ergibt sich durch gezielte Auszeiten und Phasen der Entspannung. Auf diese Weise kann man dem eigenen Körper signalisieren, dass keine Gefahr droht und die Alarmsysteme zumindest temporär zurückgefahren werden können.

Dies ist natürlich leichter gesagt als getan. Denn insbesondere in stressigen Situationen scheint es manchmal unmöglich zu sein, zu entspannen. In solchen Momenten bietet es sich an, sich die anstehenden Aufgaben wenigstens so angenehm wie möglich zu machen. Zum Beispiel, wenn im Homeoffice die Lieblingsmusik läuft oder man sich für das Anstreichen des Gartenzaunes mit seinem Lieblingsbier belohnt.

Das Kennenlernen des eigenen Körpers

Auch Menschen, die unter wiederkehrenden Panikattacken leiden, sollten ihren eigenen Körper herausfordern und ihm keine übermäßige Schonung zuteilwerden lassen. Eine gute Möglichkeit ist regelmäßiger Sport. Dies sorgt nicht nur für eine verbesserte Fitness und ein besseres Gefühl durch die bei körperlicher Aktivität ausgeschütteten Endorphine. Gleichzeitig lernt man auch seinen Körper neu kennen und erfährt, dass ein beschleunigter Herzschlag auf die erhöhte Aktivität zurückzuführen und daher nicht gefährlich ist.

Durch die richtige Unterstützung Panikattacken vorbeugen

Wie erkenne ich eine Panikattacke richtig? Im Prinzip ist es wie in der Elektrotechnik: Kleinere Probleme bekommt man selbst und ohne Schwierigkeiten wieder in den Griff. Manchmal ist es aber notwendig, eine Fachkraft für die Alarmanlage zu beauftragen, das System zu rebooten und wieder auf den Normalbetrieb zu setzen. Wenn also eine externe Hilfe notwendig erscheint, ist das Einholen von ärztlicher und / oder psychotherapeutischer Hilfe eine gute und richtige Entscheidung.

Um bei der Metapher zu bleiben: Es ist manchmal auch möglich, sich in Bezug auf die Alarmanlage fortzubilden und sich auf diese Weise selbst zu helfen. Grundsätzlich gilt: Je mehr man von der Problematik versteht, desto eher kann man sie auch beherrschen.

Wie fühlt man sich, wenn man eine Panikattacke hat?

Es gibt ganz unterschiedliche Ursachen für Panikattacken. Bekannt ist zum Beispiel, dass die Genetik eine Rolle spielt und Menschen, die bereits als Kind eher ängstlich waren, später häufiger Panikstörungen ausbilden. Auch der Konsum bestimmter Genussgifte wie Koffein oder Nikotin kann zur Bildung von Panikattacken beitragen.

Körperliche und psychische Symptome, die bei einer Panikattacke auftreten können, sind die folgenden:

  • Atemnot, flache Atmung
  • Herzrasen
  • Weiche Knie
  • Schwindel
  • Augenflimmern
  • Taubheits- und Kribbelgefühle
  • Ohnmachtsgefühle
  • Das Gefühl, zu ersticken
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit
  • Hitzewallungen, Schweißausbrüche
  • Engegefühl in Hals und Brust
  • Angst vor Kontrollverlust
  • Angst zu sterben
  • Derealisation (das Fremdwerden der vertrauten Umgebung)
  • Depersonalisation (das Fremdwerden der eigenen Person)

Meistens hält eine Panikattacke nur wenige Minuten, selten länger als eine halbe Stunde an. Es gibt aber auch Panikattacken, die mehrere Stunden andauern können.

Nicht nur Länge und Intensität, sondern auch die Häufigkeit von Panikattacken kann variieren: Es gibt Menschen, die täglich von Panikattacken heimgesucht werden. Bei anderen treten derlei Zustände monatlich oder nur wenige Male pro Jahr auf.

Die Panikstörung

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung mit wiederholten Panikattacken. Das plötzliche Auftreten intensiver Angst steigert sich innerhalb weniger Minuten zu einem Höhepunkt, gleichzeitig treten meist mehrere der aufgelisteten Symptome auf. Auch die Erwartungsangst vor der nächsten Attacke ist ein typisches Bild.

Meistens kommt es bei Panikattacken zu einer gegenseitigen Aufschaukelung körperlicher Anspannung sowie negativen Gedanken und Gefühlen. Viele Menschen kennen zum Beispiel die Situation, im dichten Gedränge eines Supermarktes Herzklopfen zu bekommen.

Einige nehmen dieses Herzklopfen als bedrohlich wahr und interpretieren es beispielsweise als Vorbote eines sich anbahnenden Herzinfarktes. Dieser Gedanke führt unweigerlich zu einem Angstgefühl, auf das der Körper mit verstärkter Anspannung und Erregung reagiert.

Dies wiederum bewirkt eine weitere Beschleunigung des Herzschlags, die nun eventuell von einem Enge- und Druckgefühl in der Brust, einer schnelleren, flacheren Atmung sowie Schwindel und schwitzenden Händen begleitet wird. Dadurch wird die Angst vor einem Herzinfarkt noch stärker – der Teufelskreis der Panikattacke ist in Gang gesetzt.

Wie erkenne ich eine Panikattacke – Sind Angst und Panik heilbar?

Viele Menschen entwickeln durch negative Veränderungen ihrer Lebensumstände, die mit einer Belastung einhergehen, Angststörungen. Beispiele dafür gibt es zuhauf. Eine Trennung von dem/der Partner/in etwa, die Diagnose einer schweren Erkrankung, der Tod einer nahestehenden Person oder der Verlust des Arbeitsplatzes.

Sofern Betroffene die Stresssituation nicht erfolgreich bewältigen können, sind angstgeprägte Attacken des Körpers eine nicht seltene Reaktion. Alleine in Deutschland leiden aktuell nach Schätzungen rund 12 Millionen Menschen unter Angststörungen, Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer.

Der richtige Weg: Etwaige körperliche Ursachen ausschließen und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Menschen, die den Eindruck haben, eine Angststörung zu entwickeln, können sich mit dieser Befürchtung zuerst an den Hausarzt wenden. Wenn es sich um Ängste handelt, die keiner Schutzfunktion dienen und in nicht mehr angemessener Form auftreten, kann der Arzt die Ängste als krankhaft diagnostizieren.

Allerdings gilt es zuerst, körperliche Ursachen wie Herzrhythmusstörungen, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Asthma, COPD oder Epilepsie auszuschließen, die ebenfalls Auslöser für panikartige Zustände sein können. Sofern keine körperliche Ursache für die Ängste festgestellt werden kann, ist eine psychotherapeutische Hilfestellung angeraten. Experten raten dazu, mit einer solchen Behandlung möglichst frühzeitig zu beginnen. Viele Angststörungen lassen sich dann vergleichsweise einfach wieder in den Griff bekommen.

In einer psychotherapeutischen Behandlung stehen die folgenden Verfahren zur Auswahl, natürlich stets nur nach dem klaren Einverständnis des Betroffenen.

  • Verschiedene Entspannungsverfahren, etwa die progressive Muskelentspannung / Relaxation – PMR (nach Jacobson), Focusing oder Trancearbeit.
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Verschiedene Tiefenpsychologische Verfahren
  • Die Soziotherapie
  • Die biologische Behandlung durch einen (Fach-)Arzt

Panik und Angst vom Facharzt behandeln lassen
Panik und Angst vom Facharzt behandeln lassen

Kann man bei einer Panikattacke ohnmächtig werden?

Bei einigen Menschen äußern sich Panikattacken in der Angst, plötzlich ohnmächtig zu werden. Dies kann in einigen Momenten gefährlich sein, etwa beim Autofahren.

Panikattacken werden zumeist von Schwindelgefühlen begleitet. Durch die Anspannung werden die Muskeln in Nacken und Augen beeinflusst, wodurch sich ein solches Gefühl ergibt. Dies kann einhergehen mit der Angst vor einer plötzlichen Ohnmacht, doch eine solche tritt meistens nicht ein.

Menschen, die erste Panikattacken erleben, kennen die Angst vor der Ohnmacht oft als besonders intensive Gefühlserfahrung. Bei wiederkehrenden Panikattacken wird diese Angst meistens geringer, da sich eine Ohnmacht bisher nicht eingestellt hat. Wer einmal versucht hat, im Sitzen oder im Stehen absichtlich in Ohnmacht zu fallen der weiß, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Ohnmachtsgefühle können unterschiedliche Ursachen haben

Ohnmachtsgefühle können auch durch bestimmte Bewegungen ausgelöst werden, etwa durch das schnelle Aufstehen aus liegender oder sitzender Position. Hierbei kommt es zu einem schnellen Blutdruckabfall, der sich aber automatisch selbst wieder korrigiert.

Menschen, die tatsächliche Ohnmachtsanfälle haben, besitzen einen niedrigen Blutdruck. Durch die einsetzende Angst bei einer Panikattacke steigt der Blutdruck jedoch sogar noch an. Wie erkenne ich eine Panikattacke aufgrund von Symptomen?

Es kann vorkommen, während einer Panikattacke tatsächlich in Ohnmacht zu fallen. In der Regel liegt dann aber eine temporäre Ursache vor, zum Beispiel eine Allergie, eine Infektion, Salzverlust oder Flüssigkeitsmangel. Fachmediziner können einer solchen Ursache auf den Grund gehen.

Alternativ bietet sich auch eine kognitive Verhaltenstherapie an. Durch diese wird man schrittweise Desensibilisiert, um durch die daraus resultierenden Reaktionen wieder Kontrolle über den eigenen Körper zu bekommen. Manchmal geschieht dies kombiniert mit einer parallelen Gabe von Medikamenten.

Das Kennenlernen des eigenen Körpers
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