Thalassophobie: Die Angst vor tiefem Wasser

Thalassophobie: Die Angst vor tiefem Wasser
Thalassophobie: Die Angst vor tiefem Wasser
Die Thalassophobie – die Angst vor tiefem Wasser spielt für die meisten Menschen im Alltag zwar eine geringe Rolle. In bestimmten Situationen kann die Angst vor tiefem Wasser aber zu einem echten Problem werden. Das Schwimmen m Meer oder einem See mit unbekannter Tiefe ist für Menschen mit Thalassophobie undenkbar. Und auch eine Schiffsreise kann zu Herzrasen, Schwindelgefühlen, Schwächeanfällen und Kopfschmerzen führen.

Ist das Wasser trüb oder die Umgebung dunkel, so kann eine Panikattacke besonders stark ausfallen. Die Angst vor tiefem Wasser unterscheidet sich von der Aquaphobie (also der Angst vor Wasser im Allgemeinen) bereits deutlich. Bei der Seekrankheit handelt es sich um eine vollkommen andere Erkrankung, die aus den Wellenbewegungen des Wassers resultiert.

Was genau beinhaltet die Thalassophobie?

Die Thalassophobie kann unterschiedliche Ausprägungen haben. Einige Betroffene verspüren eine diffuse Angst vor dem großen Unbekannten, das sich unter der Wasseroberfläche verbirgt. Andere verknüpfen sie mit konkreten Bildern von Schiffsunglücken, Attacken durch Haie oder Seeungeheuer oder dem eigenen Ertrinken. Manche dieser Bilder manifestieren sich erst in einer konkreten Situation, andere sind zwar niederschwellig, aber dennoch dauerhaft präsent.

Welche Ursachen sind für eine Thalassophobie verantwortlich?

Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass einige Menschen aus genetischen Gründen generell empfänglicher sind für Angststörungen als andere. Trotzdem wird niemand mit einer Thalassophobie geboren. Meistens lässt sich eine durchlebte (möglicherweise allerdings vermeintliche) Gefahrensituation als Ursache ausmachen. Auch Filme und die mediale Berichterstattung von Katastrophen oder Haiattacken können die Angst vor tiefem Wasser auslösen beziehungsweise verstärken.

Kann man die Thalassophobie therapieren?

Tatsächlich gehört die Angst vor tiefem Wasser zu jenen Phobien, die sich recht gut behandeln lassen. So kann man die Angst entweder besiegen, indem man den entsprechenden Situationen aus dem Weg geht. Beispiele wären hier, keine Seereisen zu unternehmen und nicht im Meer zu schwimmen. Eine andere Möglichkeit ist es, sich der eigenen Angst zu stellen.

Durch die wiederholte Auseinandersetzung mit dem Angstauslöser werden die Ängste immer weiter zurückgedrängt: Nach dem Schwimmen im Teich wagt man ich erst in den See, dann ins Meer und schließlich in den Ozean. Und die Angst vor der Seereise kann man überwinden, indem man sich zuerst auf die Flussfähre, dann auf ein Ausflugsboot und schließlich auf das Kreuzfahrtschiff wagt.

Empfehlenswert ist es darüber hinaus, sich mit den echten Gefahren auseinander zu setzen. Statistiken belegen die Seltenheit schlimmer Schiffskatastrophen und von den jährlich weltweit etwa 100 Haiattacken auf Menschen enden die wenigsten tödlich. Alleine diese Daten besitzen die Kraft, eine Thalassophobie – die Angst vor tiefem Wasser auszuschalten oder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Die deutsche Redewendung “Stille Wasser sind tief”.

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