Ailurophobie: Die Angst vor Katzen

Die Angst vor Katzen nennt sich Felinophobie oder auch Ailurophobie

Ailurophobie: Die Angst vor Katzen
Ailurophobie: Die Angst vor Katzen
Unter der Ailurophobie oder Felinophobie verstehen Wissenschaftler die Angst vor Katzen. Im internationalen Klassifikationssystem ICD-10 wird sie unter spezifischen, isolierten Tierphobien geführt. Nicht selten richtet sich diese Angst nur gegen ein isoliertes Merkmal der Katze, in etwa bezieht sich die Angst auf grüne Augen oder schwarzes Fell. Tatsächlich wird davon ausgegangen, dass zirka 8% der Bevölkerung unter einer Phobie vor Tieren leiden. Wie hoch der Anteil an Ailurophobikern ist, lässt sich schwer ausmachen, schätzungsweise leiden jedoch weltweit 15 Millionen Menschen an der Ailurophobie. Da Katzen allgemeinhin als eher ungefährlich gelten, verschweigen viele Betroffene aus Scham ihre Angst, sodass von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Dadurch wird die Ailurophobie tatsächlich zu einer der häufigsten Phobien!

Wie entsteht die Angst vor Katzen?

Ängste warnen vor Gefahren und sind evolutionär verankert. Da jedoch von einer Katze in der Regel keine Bedrohung ausgeht, wird die Angst vor Katzen als pathologisch eingestuft. Eine solche Phobie kann irrational sein und aufgrund von Aberglauben entstehen. Im Falle der Ailurophobie richtet sich die Angst dann häufig gegen schwarze Katzen mit grünen Augen. Dennoch können auch negative Erlebnisse mit Katzen, insbesondere in der frühen Kindheit, ein Auslöser für Ailurophobie sein. Der Teufelskreis unterstützt die Ailurophobie, die Angst vor Katzen.

Wird ein Kind beispielsweise unerwarteter Weise von einer Katze gebissen beziehungsweise gekratzt und versteht die Körpersprache dieser nicht, so kann sich eine tiefgreifende Angst vor weiteren Bissen manifestieren. Kinder beobachten ihre Umwelt sehr genau. Dadurch lernen sie Verhaltensweisen und Handlungsstrategien. Verhalten sich enge Bezugspersonen in ihrem Umfeld ängstlich oder nervös gegenüber Katzen, kann sich dies auf das Kind ausweiten und die Angst wird übernommen. Dabei gilt, je früher sich die Angst entwickelt, desto tiefergehend ist sie meist auch.

Was kann man tun, um die Angst vor Katzen zu überwinden?

Wie auch andere Phobien, verschwindet die Angst vor Katzen nicht von allein. Im Gegenteil, sie muss aktiv überwunden werden. Es führt kein Weg daran vorbei, sich mit der eigenen Angst auseinanderzusetzen. Dabei ist es sinnig, sich Unterstützung von einem Therapeuten zu holen und gemeinsam mit diesem das weitere Vorgehen zu planen.
Die Suche nach einem Therapieplatz erweist sich leider oftmals bereits als schwierig. Um die Wartezeit bis zur Therapie zu überbrücken, eignen sich verschiedene Entspannungsmethoden und Techniken, um in einer Akut-Situation nicht den Kopf zu verlieren. Neben Meditation, Atemübungen und autogenem Training kann auch eine Hypnose Abhilfe verschaffen.
Abgesehen davon ist es wichtig, die Körpersprache der Katzen verstehen zu lernen. Oftmals entsteht der Eindruck, dass Katzen immer schnurstracks auf denjenigen mit der meisten Furcht zu spazieren. In der Tat ist es so, dass Katzen sich durch Anstarren und Augenkontakt ähnlich wie Hunde schnell bedroht fühlen. In der Regel verhalten sich die Personen mit Ailurophobie zurückhaltend und ruhig, sodass sie für die Katzen angenehmer erscheinen.

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Wie bekommt man Airulophobie weg?

Doch nicht nur das Verständnis für die Sprache der Katzen ist der alleinige Schlüssel zum Erfolg, denn allgemein ist der Erfolg verschiedener Maßnahmen zur Überwindung der Angst jedoch immer maßgeblich vom Engagement des Betroffenen selbst abhängig. Besonders effektiv ist eine Therapie dann, wenn der Betroffene intrinsisch motiviert und bereit ist, selbst etwas für die Genesung zu tun, denn schlussendlich muss dieser im Rahmen der Therapie Handlungsstrategien selbstständig umsetzen lernen.

Bei der Therapie von Phobien kommen besonders häufig Konfrontations- und Verhaltenstherapien zum Einsatz. Bisher zeigten vor allem gestufte Konfrontationstherapien gute Ergebnisse. Mit einer schrittweisen Desensibilisierung werden die Patienten langsam an das angstauslösende Objekt herangeführt, bis sie letztendlich die Angst vor ihm verlieren. Im Falle der Ailurophobie bedeutet das schlussendlich ohne Angst in Kontakt mit einer Katze zu treten.

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