Akrophobie: Die Höhenangst oder die Angst, vom Balkon zu fallen

Menschen mit Akrophobie haben Höhenangst

Akrophobie: Die Höhenangst oder die Angst, vom Balkon zu fallen
Akrophobie: Die Höhenangst oder die Angst, vom Balkon zu fallen
Die Akrophobie, die Höhenangst gehört zu den an den weitesten verbreiteten Angststörungen. Fachleute gehen davon aus, dass ein hohes Maß an Respekt vor großen Höhen ein angeborener Schutzmechanismus des Menschen ist. Studien haben gezeigt, dass auch Babys und Kleinkinder, die sich der tatsächlichen Gefahr noch nicht bewusst sein können, Angst vor der Tiefe haben. Auf diese Weise schützt sich der Mensch vor Verletzungen oder gar tödlichen Unfällen.

Es ist also vollkommen normal, beim Blick aus dem Fenster eines Hochhauses ein mulmiges Gefühl zu bekommen. Problematisch ist allerdings die übersteigerte Akrophobie, die bei einigen Menschen schon beim Besteigen einer normal hohen Trittleiter beginnt.

Sind Höhenangst und Höhenschwindel identisch?

Nein, allerdings kann die Höhenangst aus dem Höhenschwindel resultieren. Der Höhenschwindel entsteht durch die Distanz zum Boden. Da das Auge Schwierigkeiten hat, Fixpunkte am Boden auszumachen, geht der Blick unbewusst auf die Suche. Dabei entsteht das Gefühl eines leichten Schwindels. Bei einigen Menschen kann sich aus diesem Gefühl eine Höhenangst entwickeln. Auf einem Balkon eines normal hohen Gebäudes kann man normalerweise keinen Höhenschwindel entwickeln. Anders ist es bei Gebäuden, die unmittelbar an einem Abgrund stehen oder beim Blick von der Dachterrasse eines Wolkenkratzers.

Welche Symptome sind typisch für die Akrophobie?

Betroffene versuchen instinktiv oder bewusst, immer auf dem Boden zu bleiben. Je nach Ausprägung der Angststörung steigen Menschen mit Höhenangst auf keine Leiter und betreten auch den Balkon ihrer Wohnung allenfalls mit einem mehr als mulmigen Gefühl.

Wer trotz Akrophobie mit einer als extrem empfundenen Höhe konfrontiert wird, reagiert mit Atembeschwerden, Zittern, Schwindelgefühlen, Herzrasen, Mundtrockenheit und einem Gefühl der Beklemmung. In der Kombination können sich diese Symptome bis hin zu einer echten Panikattacke ausweiten. Diese geht oftmals einher mit der Angst, die Bodenhaftung zu verlieren und in die Tiefe zu stürzen. Daher kann die Höhenangst tatsächlich zur Todesangst werden.

Ist die Höhenangst gefährlich?

In den meisten Fällen bedeutet die Akrophobie, sprich die Höhenangst für die Betroffenen keine real existierende Gefahr. Einerseits sind die meisten erreichbaren Bereiche in entsprechender Höhe gut gesichert. Außerdem reagieren Menschen instinktiv richtig, indem sie sich an einem Geländer oder einer augenscheinlich vertrauenswürdigen Person festhalten. Gefährlich kann es allerdings in echten Gefahrensituationen werden. Beispiele dafür sind etwa ein beschädigtes und daher nicht mehr stabiles Balkongeländer oder ein Autounfall an einem Abhang. Betroffene reagieren in entsprechenden Situationen oftmals falsch oder erleben eine Schockstarre, sodass sie sich nicht aus eigenem Antrieb aus der Gefahrensituation befreien können.

Wie kann man die Akrophobie therapieren?

Wie eingangs bereits beschrieben, ist ein gewisser Respekt vor großen Höhen vollkommen normal und sogar erwünscht. Daher gehört die Akrophobie zu jenen Angststörungen, die es zwar zu reduzieren, nicht jedoch vollständig zu beseitigen gilt. Die besten Erfolge werden meistens mit einer Psychotherapie erzielt. Betroffene werden dabei gezielt der angstmachenden Situation ausgesetzt.

Durch die psychotherapeutische Begleitung lernt ein Betroffener seine Angst zu kanalisieren und gegen aufkommende Panik zum Beispiel mit gezielten Atemübungen gegenzusteuern. Im Laufe der Zeit weicht die Angst einem natürlichen Gefühl des Respekts. Damit bewirkt die Therapie das Gegenteil einer Vermeidungsstrategie. Denn bei einer solchen wachsen sich die Ängste erfahrungsgemäß immer weiter aus, bis betroffene Menschen nur noch von ihrer Angst beherrscht werden. Die angst kann soweit wachsen, dass sie sich generalisiert.

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