Die fünf Säulen des Glücks – Das PERMA-Modell

PERMA Modell stellt die 5 Säulen des Glückes da

Die fünf Säulen des Glücks – Das PERMA-Modell
Die fünf Säulen des Glücks – Das PERMA-Modell
Innerhalb der Psychologie ist die positive Psychologie eine sehr bedeutsame Strömung. Die fünf Säulen des Glücks – Das PERMA Modell zeigt uns Menschen, wie wir glücklich werden. Während man eher die Psychologie und Psychiatrie meistens mit Sucht, Ängsten, Psychosen und menschlichen Schwächen im Allgemeinen in Verbindung bringt, ist der positive Blickwinkel meistens vergessen.

Allerdings wird in der Fachwelt verstärkt darauf hingewiesen, dass auch die menschlichen Stärken Beachtung finden sollten. Denn die individuelle Förderung dieser Stärken kann Selbstvertrauen und Wohlbefinden steigern und den Einfluss von negativen Strömungen auf die Psyche minimieren.

Die fünf Säulen des Glücks – Das PERMA-Modell. Zur Förderung dieser Stärken orientiert sich die Fachwelt am sogenannten „PERMA-Modell“. Das Wort ist ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben der „5 Säulen des Glücks“ zusammensetzt. Bei diesen handelt es sich um

  1. Positive Emotions
  2. Engagement
  3. Relationships (Verbindungen)
  4. Meaning (Sinn)
  5. Achievement (Erfolge, Ziele)

Man geht also davon aus, dass das individuelle Glück des Menschen auf positiven Emotionen, Tatendrang, Beziehungen, Sinn und dem Erreichen der eigenen Ziele aufbaut. 

Die erste Säule des Glücks: Positive Emotionen

Positive Gefühle sind mehr als nur das Fehlen von negativen Emotionen. Jeder Mensch ist in der Lage, sich ganz bewusst für die einen oder die anderen Gefühle zu entscheiden. Der Unterschied ist allerdings: Für negative Emotionen braucht es meistens keinen starken Willen, man muss nicht einmal über seine eigenen Gefühle nachdenken. Schlechte Gedanken und die damit verbundenen Gefühle schleichen sich ganz von alleine ein. Umgekehrt ist dies leider nicht automatisch der Fall. Man kann sich aber ganz bewusst für die positiven Emotionen entscheiden und daran arbeiten, die negativen Dinge immer weniger an sich heranzulassen.

In dem Buch „Die Macht der positiven Gefühle“ beschreibt Barbara Fredrickson zehn Emotionen, die besonders zu Glück und Wohlbefinden beitragen. Dazu gehören Freude, Dankbarkeit, Heiterkeit, Glück, Interesse, Hoffnung, Stolz, Inspiration, Spaß, Ehrfurcht und Liebe. Die Autorin vertritt die These, dass bei weniger glücklichen Menschen einige dieser Faktoren im Leben zu kurz kommen. Es ist aber möglich, dieses Ungleichgewicht zu überwinden.

Die zweite Säule des Glücks: Engagement

Zufriedene Menschen leben ihre eigenen Stärken aus, oftmals engagieren sie sich auch für große Dinge und gehen in ihren Aktivitäten vollkommen auf. Bei diesen Aktivitäten kann es sich um ein Ehrenamt handeln, ein besonderes Hobby oder das Engagement in einem Verein.

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Der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi spricht in diesem Zusammenhang von einem „Flow-Erlebnis“, also einem regelrechten Schaffensrausch. Dem Psychologen zufolge ist dieser Flow eine perfekte Erfahrung, in der man vollkommen in seiner aktuell ausgeführten Tätigkeit aufgeht. Die Aufmerksamkeit ist also vollkommen fokussiert, andere Dinge erscheinen zweitrangig und auch eine vermeintliche Belohnung erscheint als ein Störfaktor im eigenen Tun.

Ebenfalls charakteristisch bei der Flow-Erfahrung ist die besondere Qualität im eigenen Tun. Einerseits nimmt man auch anstrengende, lang andauernde Aufgaben nicht als Überforderung wahr, sondern bleibt stets auf die eigenen Handlungsziele fokussiert.

Andererseits macht man in diesem Flow keine Kompromisse: Selbstverständlich setzt man alles daran, die Dinge perfekt zu erledigen. Das Erreichen wichtiger Handlungsschritte nimmt man als Feedback und Motivation zum weiter machen wahr.

Die dritte Säule des Glücks : Soziale Beziehungen

Nur sehr wenige Menschen leben in Einsamkeit beziehungsweise Isolation und sind dabei vollkommen glücklich. Grundsätzlich ist es ein Grundbedürfnis des Menschen, soziale Kontakte zu pflegen und sich einer oder mehreren Gruppen zugehörig fühlen zu können. Gleichzeitig sind auch die Autonomie und das Erleben von Kompetenzen von Bedeutung. Diese angeborenen Bedürfnisse führen dazu, dass Menschen Ziele anstreben, die auf sozialer Anerkennung und Anschluss an eine Gruppe basieren.

In verschiedenen Studien wurde bereits die Relevanz sozialer Beziehungen für ein glückliches Leben belegt werden. Umgekehrt ist die Abwesenheit sozialer Bindungen eine der Hauptursachen für Unglücklichsein, Depressionen und weitere Formen psychischen Leides.

Fast alle Menschen, die sich freiwillig für ein abgeschiedenes Leben entscheiden, gelten nicht ohne Grund als kauzig, mürrisch und unfreundlich. Ausnahmen bilden Menschen, die im möglichst vollkommenen Einklang mit der Natur leben möchten oder einen besonders starken Glauben pflegen.

Die vierte Säule des Glücks: Sinn-Erleben

Bereits die griechischen Philosophen in der Antike haben darüber nachgedacht, ob es einen „Sinn des Lebens“ gibt und worin dieser bestehen könnte. So hat bereits Aristippos von Kyrene, bekannt als Begründer der der kyrenaischen Schule des Hedonismus, vermerkt: “Die einzige Antwort der Philosophie auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, die sie ohne Ansehen der Person als erstrebenswert begründen kann, ist der gepflegte Genuss, wobei darauf zu achten sei, über die Lust zu gebieten und ihr nicht zu unterliegen.”

Bis heute hat diese Frage nichts von ihrer Aktualität verloren. Vielleicht ist es sogar ein Fehler der Evolution, dass ein Wesen mit so viel Intellekt ausgestattet wird, sich derart tiefschürfende Gedanken überhaupt machen zu können. Der deutsche Philosoph Friedrich Kambertel hatte einen im ersten Moment ernüchternd wirkenden Blick auf diese Frage. “Das Leben selbst hat einen Eigenwert. Wem es also gelingt, sein Leben um seiner selbst willen zu leben, der erfährt die wahre Lebensfreude. Einen tieferen Sinn gibt es nicht!”

Diese Aussage impliziert immerhin: Der Sinn des Lebens liegt in der Lebensfreude. Hier lässt sich der Kreis zu Aristippos von Kyrene schließen: Wer zu genießen weiß, erlebt wahren Lebens-Sinn. Allerdings nur dann, wenn er die Grenzen zwischen Lust und Sucht kennt und in der Lage ist, die Balance zu halten.

Die fünfte Säule des Glücks: Das Erreichen eigener Ziele

Eine der wichtigsten Säulen des persönlichen Wohlbefindens liegt darin, eigene Ziele zu definieren und diese zu erreichen. Für die meisten Menschen beinhalten diese Ziele etwas, was über den eigenen Tod hinausreicht.

Der Großteil der Menschen erkennt in diesen Zielen vor allem das Zeugen von eigenem Nachwuchs, der im Idealfall noch zu den persönlichen Lebzeiten seinerseits Kinder bekommt.

Es muss sich aber nicht zwingend um die eigenen Gene handeln, mit denen man seinen Teil zur Ausgestaltung der Zukunft beiträgt. Erfinder, Künstler, Autoren oder Wissenschaftler vollbringen laufend großartige Dinge, die den Verlauf des Weltgeschehens maßgeblich beeinflussen. Dabei kann es sich um

  • Literatur,
  • Philosophie,
  • Kunst,
  • Architektur,
  • Musik,
  • Technik,
  • wissenschaftliche Erkenntnisse oder um
  • sportliche Leistungen

handeln. Zuweilen setzen auch Politiker oder religiöse Führer positive, weltverändernde Akzente, die weit über die persönliche Lebenszeit hinaus ihre Wirkung entfalten.

 

Fazit: Wie kann man das PERMA-Modell in der Praxis anwenden?

Zu den Besonderheiten des PERMA-Modells gehört, dass es für jedermann funktioniert. Aspekte wie

  • materieller Wohlstand,
  • Wohnort,
  • Job,
  • Familienstand,
  • äußeres Erscheinungsbild,
  • Intelligenz,
  • Bildungsgrad oder
  • sozialer Status

spielen dabei keine oder nur eine unwesentliche Rolle. Charakterliche Eigenschaften hingegen sind von großer Wichtigkeit. Denn für die praktische Anwendung des PERMA-Modells muss man sich natürlich auf dessen Details einlassen.

Die praktische Anwendung des PERMA-Modells der fünf Säulen des Glücks beginnt mit der schonungslosen Selbst-Analyse: Bin ich glücklich? Falls man diese Frage nicht mit einem klaren „Ja“ beantworten kann, kommt gleich die nächste Frage: Welche der 5 Säulen ist bei mir schwächer, als sie sein sollte?

Es ist möglich, seine eigenen Säulen zu verstärken!

Positiv denken und fühlen

Viele Menschen würden anmerken: „Leichter gesagt als getan!“ Natürlich gibt es verzwickte Lebenssituationen, in denen es schwerfällt, nach vorne zu schauen. Trotzdem liegt in allem auch etwas Positives, wenn es auch nur die Zuversicht auf Besserung oder das Plus an Wissen sind. In jedem Fall gilt es, die (manchmal wenigen) positiven Aspekte zu unterstreichen und den negativen nicht mehr Macht als notwendig einzuräumen.

Engagement kann man lernen

Engagement beginnt mit Interesse. Für Kinder gilt Langeweile als positiv, da sie die Kreativität fördert und dazu führt, dass man sich eine Beschäftigung sucht. Erwachsene verlernen diese Fähigkeit schnell, können sie aber auch wiederfinden. Kreative, engagierte Menschen kennen bis ins hohe Alter keine Langeweile, sondern finden immer eine Beschäftigung. Es ist allerdings notwendig, sich von Aufgaben und Projekten auch finden zu lassen.

Soziale Kontakte machen glücklich

Deutschland ist längst ein Land der Singles und Kleinfamilien geworden. Vor Jahrzehnten lebten die Menschen in Großfamilien und waren in ihrem Dorf oder ihrem Stadtviertel verwurzelt. Dies ist inzwischen kaum noch der Fall.

Allerdings bieten moderne Kommunikationsmedien ganz neue Möglichkeiten, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Auch überregional ist es kein Problem mehr, sich mit Freunden, Familienmitgliedern, Kollegen oder Menschen mit gleichen Interessen zu vernetzen.

Selbstverständlich ist auch eine gute Nachbarschaft eine solide Basis. Hier braucht es zwar etwas Mut, doch es ist nie zu spät, auf seine Nachbarn zuzugehen und diese kennenzulernen. Wenn man sich mit eigenen Skills einbringen kann, macht dies womöglich etwas Arbeit. Unter dem Strich trägt diese aber zum eigenen Glücksempfinden bei.

Sinnvoll leben

Wahrscheinlich ist der Sinn des Lebens für jeden Menschen individuell. Und es geht auch nicht darum, in jedem Augenblick seines eigenen Lebens den Planeten verändern zu wollen. Es lohnt sich aber, seine eigenen Antennen jeden Tag neu zu justieren und zu erkennen, was für den jeweiligen Moment sinnvoll ist. Dabei kann es sich um die wichtigen Grundfesten der eigenen Existenz handeln. Manchmal aber auch einfach um das Feierabendbier in der Abendsonne.

Eigene Ziele definieren und anstreben

An dieser Stelle steht nicht das Erreichen des Ziels im Vordergrund, sondern der Weg dorthin. Es ist auch möglich, dabei bestimmte Etappen oder Zwischenziele festzulegen. Das „große Finale“, also das endgültige Ziel des eigenen Lebens, können ohnehin nur die wenigsten Menschen mit Bestimmtheit (und gleichzeitigem Glücksgefühl) benennen. Die fünf Säulen des Glücks bestärken das persönliche Glück jedes Menschen. 

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