Hypochondrie: Die Angst vor Krankheiten

Hypochondrie: Die Angst vor Krankheiten
Hypochondrie: Die Angst vor Krankheiten
Mit dem Begriff der Hypochondrie, die Angst vor Krankheiten bezeichnet man die übertriebene Angst davor, krank zu sein oder zu erkranken. Ein wesentlicher Aspekt sind dabei körperliche Symptome, die über- oder fehlinterpretiert werden. Auch die Kraft der Einbildung ist nicht zu unterschätzen. So kreisen die Gedanken von Hypochondern dauerhaft oder schubweise um die eigene Angst vor einer Krankheit.

Viele Hypochonder suchen verstärkt nach ärztlicher Hilfe, um eine Rückversicherung zu den eigenen Ängsten zu erfahren. Die Ursache der Hypochondrie ist unbekannt und eine vollständige Heilung scheint nicht möglich. Allerdings ist es möglich, die Angst durch bestimmte Übungen und durch Psychotherapie zu reduzieren.

Hypochondrie ist ein Sammelbegriff

Es gibt ein breites Spektrum an Krankheiten, die sich unter dem Begriff der Hypochondrie zusammenfassen lassen. Auch die Ausprägung ist dementsprechend breit gefächert und kann von einem ausgeprägten Gesundheitsbewusstsein mit einem besonders gesundheitsorientierten Verhalten bis hin zum hypochondrischen Wahn reichen. In diesem werden kleinste Körperwahrnehmungen (wie beispielsweise der Herzschlag) missdeutet und als Anzeichen beziehungsweise Vorboten einer Krankheit wahrgenommen.

Diese krankhafte Angst schränkt die Lebensqualität der Betroffenen oftmals stark ein und ähnelt in dieser Hinsicht einer klassischen Panik- beziehungsweise Angststörung. Fachleute rechnen die Angst vor Krankheiten – Hypochondrie allerdings zu den somatoformen Störungen. Bei diesen schlagen sich Stress und emotionales Unwohlsein oftmals in Form von körperlichen Symptomen nieder. Die Hypochondrie selbst kann also ursächlich sein für bestimmte körperliche Symptome.

Wie viele Hypochonder gibt es?

Zur Beantwortung dieser Frage muss geklärt sein, ab welchen Symptomen man von einer „echten“ Hypochondrie sprechen kann. Zur Gruppe der beschriebenen Menschen mit ausgeprägtem Gesundheitsbewusstsein kann ein niedriger zweistelliger Prozentsatz gezählt werden. Leichte gesundheitsbezogene Ängste findet man bei etwa 5% der Bevölkerung, während nur sehr wenige unter einem hypochondrischen Wahn in seiner stärksten Ausprägung leiden. Verschiedene Quellen nennen hier eine Zahl von etwa 0,05% der Bevölkerung, wobei die Dunkelziffer möglicherweise höher ist.

Gibt es Auslöser für die Hypochondrie?

Dieser Aspekt ist in der Fachwelt heftig diskutiert, wobei auch die Erfahrungen Betroffener mit einbezogen werden. Viele berichten davon, bereits im Kindesalter unter einer übersteigerten Angst vor Krankheiten gelitten zu haben. Eine genetische Veranlagung kann dazu ebenso beitragen wie Vorbilder in der Familie oder im Umfeld. Auch ist es möglich, durch eine echte Krankheit oder eine vermeintlich niederschmetternde Diagnose zeitweise oder dauerhafte hypochondrische Schübe zu entwickeln. Zentral ist immer die übersteigerte Angst vor Krankheit, Behinderung, Schmerzen und Tod.

Die Therapie ist meist nicht einfach

Anders als bei vielen Phobien ist es bei einer Hypochondrie in der Regel sinnlos, eine betroffene Person mit den eigenen Ängsten zu konfrontieren. Allerdings erweist sich auch die Odyssee von einem Mediziner zum nächsten oftmals als wenig hilfreich. Wenn keine schlimme Diagnose gestellt ist, zweifeln Betroffene häufig die Kompetenz des Mediziners an und haben den Eindruck, dass man ihnen nicht helfen wolle. Daher verfolgt man immer häufiger einen tiefenpsychologischen Ansatz:

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  • Hypochonder haben in den meisten Fällen ein vermindertes Selbstwertgefühl.
  • Durch die Stärkung des Selbstbewusstseins und -Vertrauens und der gleichzeitigen Erfahrung, dass auf die eigene Gesundheit bis dato immer Verlass gewesen ist, kann die Erkrankung weitestgehend zurückgedrängt werden.
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