Es existiert kaum eine zwischenmenschliche Handlung, die intimer ist als die sexuelle Vereinigung. Viele Menschen erleben diesen sexuellen Akt als ein einzigartiges, ebenso sinnliches wie beglückendes Gefühl, das sich durch andere Aktivitäten kaum erzeugen lässt.
Obwohl er in der Regel nicht süchtig macht, möchte kaum jemand dauerhaft auf dieses Miteinander verzichten. Man kann es erwerben oder einander schenken, doch das damit verbundene Empfinden ist im Idealfall von unschätzbarem Wert.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein sexueller Akt? Eine Annäherung an den Begriff
Der sexuelle Akt stellt oftmals den Höhepunkt des Liebesspiels dar. Beim Austausch von Zärtlichkeiten kommen sich die Partner im wahrsten Sinne immer näher. Was mit zarten Berührungen der Hände beginnt, intensiviert sich zu leidenschaftlicheren Küssen und dem liebevollen Streicheln des Körpers. Hier spielen bereits sekundärerogene Zonen, wie Brust, Hals und Nacken, eine wesentliche Rolle. Kommt es schließlich zum eigentlichen sexuellen Akt, werden die primären Geschlechtsorgane einbezogen. Die Körper verschmelzen in den intimsten Regionen, wodurch eine tiefe Verbindung und eine vollkommene Wahrnehmung des anderen möglich wird.
“Sexueller Akt” ist ein weniger romantischer, aber neutralerer Begriff für dieses erotische Miteinander. Im Wortsinn beschreibt er die absolute körperliche Nähe zwischen Menschen. Es ist wichtig zu betonen, dass sich der Begriff vom reinen Geschlechtsakt, der sich auf den biologischen Akt der Fortpflanzung bezieht, unterscheidet. Zwar ist die körperliche Lust in Verbindung mit Liebe besonders leidenschaftlich und erfüllend, jedoch ist für zahlreiche Menschen das Gefühl der Liebe bei der sexuellen Vereinigung nicht so bedeutend. Die körperliche Begierde kann also separat von den emotionalen Komponenten betrachtet werden.
Synonyme für das intime Zusammensein: Eine sprachliche Vielfalt
Der Begriff des sexuellen Akts ist eine neutrale Umschreibung für die körperliche Erotik. Die meisten Synonyme sind entweder eher romantisch, neutral oder sogar vulgär. Einige vulgäre Begriffe werden daher in der Schriftsprache nur in der Pornografie oder im sogenannten Dirty Talk verwendet.
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Romantische Umschreibungen für das Intime: Liebe machen, miteinander verschmelzen, eins werden, sich voll und ganz spüren. Die Liebe und die Wünsche des anderen miteinander genießen.
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Neutrale Begriffe für die sexuelle Vereinigung: Miteinander schlafen, Geschlechtsverkehr haben, den Geschlechtsakt vollziehen, Sex haben, miteinander intim werden.
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Vulgäre Bezeichnungen für das körperliche Miteinander: Ficken, rammeln, vögeln, poppen, bumsen.
Viele Menschen entwickeln auch eigene Begriffe, die sie als Umschreibung für den sexuellen Akt verwenden. Diese sind in der Regel nicht neutral, sondern fallen eher in die romantische oder die vulgäre Kategorie.
Die Wirkung des sexuellen Akts: Eine ganzheitliche Erfahrung
Der sexuelle Akt ist eine ganzheitliche Erfahrung, die Körper und Geist gleichermaßen beeinflusst. Dies gilt vor allem, wenn eine tiefe Zuneigung vorhanden ist. Bereits subtile Reize in Form von Blicken, Düften oder bloße Gedanken können eine intensive Reaktion hervorrufen. Puls und Blutdruck steigen, während sich die Pupillen weiten.
Für diese Art der „Sex-Programmierung“ ist eine Vielzahl verschiedener Faktoren verantwortlich. Vor allem die Hormone sind wichtige Botenstoffe, die mehr als nur die Produktion von Eizellen und Spermien regulieren. Sie erhöhen das Lustempfinden und sorgen für eine besondere Form der Euphorie. Die Hormone können den gesamten Organismus auf die sexuelle Vereinigung vorbereiten.
Eine besondere Bedeutung kommt den Sinnesorganen zu: Augen, Nase, Lippen, Zunge, die gesamte Haut und natürlich die Geschlechtsorgane nehmen Empfindungen wahr, die über die Nervenbahnen an das Gehirn weitergeleitet werden. Die Bewertung dieser Signale intensiviert das Gefühl der sexuellen Erregung.
Da die Lippen zu den besonders berührungsempfindlichen Körperregionen gehören, kann bereits ein einzelner Kuss den gesamten Organismus aktivieren. Sofort sendet das Gehirn die Signale, welche die rationale Denkweise beeinflussen.
Die körperlichen Reaktionen: Eine Verstärkung der Empfindsamkeit
Der sogenannte „Sex flush“ führt zu einer verstärkten Durchblutung bestimmter Körperregionen wie Bauch, Brust, Nacken und Gesicht, manchmal auch des Pos und der Oberschenkel. Diese stärkere Durchblutung erhöht die Empfindsamkeit der dortigen Nervenenden.
Bestimmte Hirnregionen signalisieren, dass die bisher erreichte sexuelle Erregung noch nicht ausreichend ist. Dadurch verspürt man den fast unwiderstehlichen Drang, die Genitalien zu stimulieren. Die Art und Intensität dieser Stimulation variiert von Person zu Person. Über drei parallel angelegte Nervenbahnen rasen die Empfindungen blitzartig ins Gehirn: Der Nervus pelvicus, der Nervus hypogastricus und der Nervus pudendus. Andere Nervenbahnen werden in diesem Moment weniger beachtet.
Der Hypothalamus sorgt über das unwillkürliche Nervensystem für eine Erweiterung der Blutgefäße. Die Zellen werden dadurch besser mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig staut sich das Blut in den Schwellkörpern von Penis und Klitoris. Bei Männern sind die Nervenenden im Glied besonders empfänglich für sexuelle Reize, während bei Frauen der Klitorisnerv besonders sensibel reagiert.
Die Vorbereitung auf Orgasmus: Zusammenspiel von Nerven
Die sexuelle Reaktion des Mannes veranschaulicht die zwei verschiedenen Stränge des unwillkürlichen Nervensystems: den Sympathikus und den Parasympathikus. Während der Parasympathikus für den Aufbau der Erektion und die Vorbereitung des Höhepunktes zuständig ist, sorgt der Sympathikus für den eigentlichen Orgasmus und den Samenerguss.
Die bewusste Kontrolle über die eigenen Bewegungen geht beim Orgasmus teilweise verloren. In verschiedenen Muskelgruppen entlädt sich die angestaute Erregung in Form von krampfartigen Zuckungen. Bei Frauen sind ebenfalls rhythmische Kontraktionen zu beobachten, die im äußeren Bereich der Scheide beginnen und sich auf das gesamte Becken ausweiten.
Unmittelbar vor dem männlichen Orgasmus und der Ejakulation geben Samenblasen und Prostata ihre Sekrete in die hintere Harnröhre ab. Wenn sich dort genügend Samenflüssigkeit angesammelt hat, erfolgt der Ejakulationsreflex. Nun ziehen sich die Muskeln von Blasenhals und Beckenboden rhythmisch zusammen und das Sperma wird aus dem Penis geschleudert, während sich die Schließmuskulatur des Afters im gleichen Rhythmus mitbewegt.
Botenstoffe während des Akts: Ein chemisches Feuerwerk
Es wird oft behauptet, dass der Unterleib während des Sex das Kommando übernimmt, während das Gehirn pausiert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Bestimmte Hirnareale nutzen den Unterleib für ihre Zwecke. Dabei sind es nicht die Bereiche, die für den nüchternen Verstand zuständig sind.
Von besonderer Bedeutung sind die Hormone, die als Botenstoffe wirken. Das Glückshormon Dopamin wird beim Sex in großer Menge ausgeschüttet, wodurch das Belohnungssystem des Gehirns einen euphorischen Rausch erlebt. Dieser Rausch kann durchaus mit einem Drogenrausch verglichen werden, allerdings ohne die bekannten Risiken. Menschen können sich während der sexuellen Erregung durchaus „süchtig“ verhalten, da die Hormone die Lust auf mehr erzeugen. Erst der Orgasmus befriedigt diese sexuelle Begierde auf eine besondere Art.
Auch das Noradrenalin, das in der Nebenniere gebildet wird, fördert ein erfüllendes sexuelles Empfinden. Es verbessert die Stimmung, unterdrückt Hunger und Müdigkeit und wirkt schmerzreduzierend.
Die Endorphine wirken ebenfalls schmerzlindernd und führen zu Entspannung, ohne Müdigkeit zu verursachen. Sie helfen vor allem Frauen, den Orgasmus zu erreichen. Endorphine werden anscheinend besonders dann ausgeschüttet, wenn eine Frau ihrem Partner / ihrer Partnerin vollkommen vertraut und sich begehrt fühlt. Beim flüchtigen Rausch eines One-Night-Stands spielen Endorphine eine geringere Rolle.
Sex und das Immunsystem: Eine gestärkte Abwehrkraft
Der sexuelle Akt entspannt und kann Glücksgefühle auslösen. Studien belegen, dass Sex, insbesondere der Orgasmus, das Immunsystem stärkt. So fanden sich nach dem Orgasmus deutlich mehr Killerzellen im Blut. Insbesondere bei Männern ist der Unterschied beachtlich. (Quelle: Charnetski, C. J., & Brennan, F. X. (2004). Sexual activity and salivary immunoglobulin A (IgA). Psychological reports, 94(3), 809-814.) Diese Killerzellen sind wichtig für die Bekämpfung krankhaft veränderter Zellen. Man kann sie also als Lebensretter bezeichnen. Dafür sind zwei Vorgänge verantwortlich. Zu einen werden entsprechende Hormone ausgeschüttet, zum anderen versetzt sich der Körper in eine Art Abwehrhaltung, da durch den Austausch von Körperflüssigkeiten Krankheitserreger in den Organismus gelangen können. Um diese direkt zu eliminieren, wird die Immunabwehr aktiviert.
Es kommt jedoch auf die Dosis an. 2-3 sexuelle Akte pro Woche fördern das Immunsystem, während täglicher Sex oder sexuelle Enthaltsamkeit die Anzahl der Killerzellen reduzieren kann.
Spermidin: Eine Substanz für Langlebigkeit?
Wie der Name bereits erahnen lässt, enthält die männliche Samenflüssigkeit besonders viel Spermidin. Dabei handelt es sich um eine Verbindung bestimmter Aminosäuren, der eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben wird. Ersten Studien zufolge kann ein erhöhter Spermidin-Konsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs reduzieren.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass Frauen oder Männer nun dazu verleitet sind männliche Spermaflüssigkeit zu konsumieren. Neben dem durch den sexuellen Akt ausgeschütteten Spermidin kann diese Substanz auch durch die Ernährung aufgenommen werden. Sie findet sich z.B. in Brokkoli, gereiftem Cheddar-Käse, Weizenkeimen und verschiedenen Pilzen. Studien belegen, dass eine spermidinreiche Ernährung die Lebenserwartung um bis zu 5 Jahre verlängern kann.
Fazit: Die Vielschichtigkeit des sexuellen Akts: Mehr als nur körperliche Vereinigung
Der sexuelle Akt ist weit mehr als nur eine körperliche Vereinigung. Er kann positive Effekte auf die Gesundheit haben, die sich auch im Alltag widerspiegeln.
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Sex kurbelt den Kreislauf an und sorgt für schöne Haut: Das Herz arbeitet schneller und Nährstoffe werden besser durch den Körper transportiert, was zu einer reineren Haut führen kann. Zudem ist das Bindegewebe gestrafft und die Lymphtätigkeit angeregt.
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Sex stärkt den Rücken: Die Bewegungen vor und während der sexuellen Vereinigung lockern und stärken die Muskulatur. Die Kontraktionen beim Höhepunkt wirken wie eine Massage für die Muskeln. Das ist ein gutes Training für den Beckenboden und die Wirbelsäule.
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Sex hält jung: Studien belegen, dass Paare, die regelmäßig Sex haben, jünger aussehen können. (Quelle: University of Edinburgh, Schottland – Hier wurde die Homepage der Uni mit dem Link verknüpft https://www.ed.ac.uk/). Als Grund für diese Verjüngung sind eine verbesserte Vitalstoffaufnahme und die Reduzierung von Stresshormonen genannt.
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Sex ist ein Schmerzmittel: Die beim sexuellen Akt ausgeschütteten Hormone können die Schmerzempfindlichkeit reduzieren. Studien belegen eine Reduzierung der Schmerzempfindlichkeit von bis zu 70%. (Quelle: Yale University, USA – Hier wurde die Homepage der Uni mit dem Link verknüpft https://medicine.yale.edu/). Dadurch sind auch Migräne, Kopfschmerzen oder Regelschmerzen gelindert.
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Der sexuelle Akt als Schlafmittel: Durch die Ausschüttung von Oxytocin, einem Hormon, das für Entspannung und Ruhe sorgt, kann Sex vor dem Schlafengehen eine erholsame Nachtruhe fördern.
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Sex ist gut für die Haare: Bei Frauen erhöht der sexuelle Akt den Östrogenspiegel, was das Haar zum Glänzen bringt und es voller und gesünder erscheinen lässt.
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Der Liebesakt stärkt das Immunsystem: Durch den Austausch von Körperflüssigkeiten beim Liebesakt werden auch potenziell Krankheitserreger übertragen. Der Körper reagiert darauf, indem er die Zahl der Killerzellen erhöht, um die potenziellen Gefahren direkt zu bekämpfen.
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Der Liebesakt macht klug: Es gibt Hinweise darauf, dass regelmäßiger Sex die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis verbessern kann.
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Sex macht glücklich: Der Liebesakt erhöht den Spiegel der Glückshormone, wodurch eine positive Stimmung bis zu 24 Stunden anhalten kann. Studien zeigen zudem, dass Menschen, die regelmäßig Sex haben, seltener unter Depressionen und Angststörungen leiden. (Quelle: University of Leipzig – Hier wurde die Homepage der Uni mit dem Link verknüpft https://www.uni-leipzig.de/)
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Sex reguliert den Blutdruck: Bereits das Streicheln und Küssen kann die Konzentration von Stresshormonen reduzieren und den Blutdruck in einen gesunden Bereich bringen. Dadurch wird das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich reduziert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur sexuellen Vereinigung
Ist der sexuelle Akt wirklich so gesundheitsfördernd, wie es oft dargestellt wird?
Ja, Studien zeigen, dass der sexuelle Akt durch die Ausschüttung von Glückshormonen, die Reduzierung von Stress und die Stärkung des Immunsystems viele positive Effekte auf die Gesundheit haben kann. Jedoch ist es wichtig, einvernehmlichen und respektvollen Sex zu praktizieren.
Welche Rolle spielen die Hormone beim sexuellen Akt?
Hormone wie Dopamin, Noradrenalin und Endorphine spielen eine entscheidende Rolle, indem sie das Lustempfinden steigern, die Stimmung verbessern und den Körper auf die sexuelle Aktivität vorbereiten.
Wie wirkt sich der Orgasmus auf die Gesundheit aus?
Der Orgasmus hat vielfältige positive Auswirkungen, wie die Ausschüttung von Glückshormonen und die Stärkung des Immunsystems. Jedoch sollte auch hier der Spaß und die Gesundheit im Vordergrund stehen.
Gibt es einen „idealen“ Häufigkeit des sexuellen Akts für die Gesundheit?
Studien zeigen, dass eine regelmäßige sexuelle Aktivität von 2 bis 3 Mal pro Woche förderlich für die Gesundheit sein kann, jedoch gibt es keine konkrete Empfehlung, da auch hier die Individualität eine Rolle spielt.
Was bedeutet Spermidin für die Gesundheit?
Spermidin ist eine Substanz, die in der männlichen Samenflüssigkeit und in bestimmten Lebensmitteln vorkommt und eine lebensverlängernde Wirkung haben kann.
Quellen:
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Charnetski, C. J., & Brennan, F. X. (2004). Sexual activity and salivary immunoglobulin A (IgA). Psychological reports, 94(3), 809-814. https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.2466/pr0.94.3.809-814
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Universität von Edinburgh: https://www.ed.ac.uk/
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Yale University, USA: https://medicine.yale.edu/
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Wilkes University in Pennsylvania (USA): https://www.wilkes.edu/
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Universität Leipzig: https://www.uni-leipzig.de/