Maslowsche Bedürfnispyramide

Maslowsche Bedürfnispyramide
Maslowsche Bedürfnispyramide
Die Maslowsche Bedürfnispyramide ist eines der gängigsten und bekanntesten Modelle, um die Bedürfnisse und Motivationen von Menschen zu beschreiben und miteinander in Verbindung zu setzen. Allerdings hat Maslow selbst nie von einer Pyramide gesprochen. Passend dazu hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass diese Darstellungsform im Vergleich zu einer wellenartigen Präsentationsweise nicht die ideale ist. Doch bevor es konkreter um die Kritik daran gehen soll, zunächst einige Informationen dazu, was sie überhaupt ausdrücken möchte.

Was sagt die Bedürfnispyramide nach Maslow aus?

Mithilfe der Bedürfnispyramide, deren Grundlage der Psychologe in den 1940er Jahren entwickelte und die er 1970 noch einmal erweiterte, lassen sich menschliche Bedürfnisse hierarchisieren. Die folgenden Abschnitte beziehen sich nun auf die bekanntere Variante aus der früheren Phase der Entwicklung der Bedürfnispyramide. Sie dient modellhaft, wohlgemerkt dazu, die unterschiedlichen Bedürfnisse zu kategorisieren und zu priorisieren. Ist eine Bedürfnisstufe ausreichend abgedeckt, streben Menschen nach der Erfüllung einer weiteren Stufe. Dabei lassen sich verschiedene Ebenen unterscheiden.

Wesentlich ist dabei aber in jedem Fall, zu wissen, das Bedürfnisse (also das, was man sich persönlich erhofft) durchaus individuell und im Laufe des Lebens veränderbar sein können. Auch hängen sie eng mit dem jeweils vorliegenden Kulturkreis zusammen. Die Defizitbedürfnisse (die erste Entwicklungsstufe, auf die gleich eingegangen werden soll) sind jedoch für alle Menschen identisch.

Was sind die 4 Grundbedürfnisse des Menschen?

Zu den 4 Grundbedürfnissen des Menschen zählen

  • die physiologischen Bedürfnisse (also alles, was essenziell ist). Dazu gehört das Befriedigen von Hunger und Durst, des Schlaf- und Entspannungsbedarfs. Das Erleben einer erfüllten Sexualität und natürlich auch das körperliche Unversehrt Sein),
  • das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität (welches unter anderem dadurch abgedeckt wird, dass man über einen sicheren Wohn- und Arbeitsplatz verfügt und sich die eigenen Finanzen im grünen Bereich befinden),
  • das Bedürfnis nach sozialer Wertschätzung (dazugehörige Stichworte sind sowohl Bindung, Nähe, Zugehörigkeit, Freundschaft, Familie, Liebe und Partnerschaft – kurz gesagt. Auf dieser Ebene geht es darum, sich in einer Gruppe angekommen und respektiert zu fühlen) und
  • die Individualbedürfnisse (diese umfassen Aspekte wie Selbstachtung, -wert- und -bewusstsein sowie Autonomie, Anerkennung,
    Erfolg, Macht, Status und Freiheit. Also die Wahrnehmung und Achtung durch einen selbst, aber auch durch Dritte).

Was hat die Bedürfnispyramide mit Glück zu tun?

Die Befriedigung von Bedürfnissen führt zur Ausschüttung von Glückshormonen, die ein angenehmes Gefühl der Gelöstheit und Zufriedenheit im Körper entstehen lassen. Um dies zu ermöglichen, darf man – wie bereits beim Themenkomplex Glück angesprochen – aber nicht darauf warten, dass die Befriedigung der Bedürfnisse im Sinne des Maslowschen Modells vom Himmel fällt. Das bedeutet, dass einem auch bei der Erfüllung der Bedürfnisse vieles nicht einfach zufliegt. Vielmehr muss man aktiv für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse eintreten. Dabei ist es allerdings ein Missverständnis Maslow gegenüber, zu glauben, dass jede Bedürfnisstufe zu 100 % erfüllt sein müsse, bevor eine neue genossen werden könne.

Was sind Bedürfnisse nach Wertschätzung?

Unter den Individualbedürfnissen ( alternativ oft als Wertschätzungsbedürfnisse bezeichnet) versteht man das Streben nach gesellschaftlicher und speziell beruflicher Geltung. Ein entsprechender Wunsch ist individuell sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Das kann durchaus auch mit dem jeweils eigenen Kulturkreis zu tun haben. Nichtsdestotrotz ist es den meisten Menschen ein Bedürfnis, dass ihre Arbeit auch wirklich gesehen und anerkannt wird. In diesem Rahmen freuen sich viele Personen daher unter anderem über

  • ein direktes Lob oder das ausdrückliche Erwähnen der erbrachten Leistungen,
  • Beförderungen
  • zusätzliche Urlaubstage sowie
  • Bonuszahlungen.

In welchem Verhältnis stehen die Bedürfnisse zueinander?

Wenngleich das Pyramidenmodell nach Maslowscher Bedürfnispyramide auf den ersten Blick etwas anderes verheißt, verhalten sich die Bedürfnisse in der Maslowschen Theorie nicht starr und statisch zueinander. Es ist also – wie bereits angerissen. Nicht so, dass eine Bedürfnisebene vollkommen erfüllt sein muss, damit einem Menschen andere Bedürfnisse wichtig werden. Vielmehr rücken bestimmte Bedürfnisse aufgrund spezieller Ereignisse zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich stark in den Fokus. Welches Bedürfnis dabei welches Gewicht erhält, ist wiederum individuell. Somit können sich bestimmte Aspekte in Abhängigkeit von der einzelnen Person sowohl gegenseitig ergänzen als auch mehr oder weniger ausschließen. Ein Umstand, der die flexiblere, wellenartige Darstellungsform aus den 1960er Jahren durchaus sinnvoll erscheinen lässt.

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