Nichtorganischer Vaginismus F52.5

Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit

Nichtorganischer Vaginismus F52.5
Nichtorganischer Vaginismus F52.5
Der sogenannte Vaginismus F52.5, nichtorganischer Vaginismus, im ICD-10 (WHO-Version 2019) ist eine sexuelle Funktionsstörung bei Frauen, die durch keine organische Störung oder keine Krankheit bedingt sein kann. Merkmal dieser Funktionsstörung ist, dass das Eindringen eines Gliedes, eventuell bereits eines Fingers, als unangenehm und schmerzhaft empfunden wird. Auch die Benutzung von Tampons während der Monatsblutung ist dann kaum denkbar. Wenn keine Erkrankung beziehungsweise organische Störung auszumachen ist, handelt es sich um einen sogenannten nichtorganischen Vaginismus. Die Ursache ist in diesem Fall psychischer Natur.

Wie genau zeigt sich nichtorganischer Vaginismus?

Der nichtorganische Vaginismus äußerst sich in Form einer unwillkürlichen Anspannung beziehungsweise Verkrampfung der vaginalen Muskulatur. Der Scheideneingang wird auf diese Weise weitgehend oder sogar nahezu vollständig verschlossen. Dies macht eine Penetration unmöglich. Dies ist auch dann der Fall, wenn eine Frau den klaren und eindeutigen Wunsch nach Geschlechtsverkehr äußert.

Allerdings bestehen einige Unterschiede in der Form beziehungsweise Ausprägung dieses Symptoms

 

  • Der konsistente Vaginismus tritt bei jedem Versuch auf, etwas in die Vagina einzuführen.
  • Der situationsbedingte Vaginismus ist gekoppelt an bestimmte Situationen, Umstände oder Personen. Er kann also bei der Anbahnung des Geschlechtsverkehrs mit dem eigenen Partner auftreten, bei gynäkologischen Untersuchungen oder beim Versuch, gegen die Monatsblutung einen Tampon einzuführen.
  • Der globale Vaginismus schließlich ist eine permanente Anspannung der vaginalen Muskulatur, unabhängig von Zeitpunkt, Situation und Partner/in.

Wie kann man nichtorganischen Vaginismus behandeln?

Da es sich bei nichtorganischem Vaginismus um ein eng mit der Psyche verknüpftes Symptom handelt, muss natürlich eine generelle Bereitschaft der betroffenen Frau zu einer Therapie vorhanden sein.
Eine rein psychologische Behandlung von nichtorganischem Vaginismus erscheint schwierig bis unmöglich. Zwar können Psychotherapeuten einen unterstützenden Beitrag zur Therapie leisten.

In der Regel wird der Vaginismus allerdings mithilfe von Vaginaldilatatoren, Biofeedback und Beckenbodentraining behandelt.
Vaginaldilatatoren sind glatte, meistens konisch geformte Stäbe, mit deren Hilfe sich die Scheidenmuskulatur lockern lässt. Man bekommt sie in unterschiedlichen Größen, für die Therapie von Vaginismus meistens sogar als Set.

Wer führt die Behandlung
bei nichtorganischem Vaginismus durch?

Wie bereits angedeutet, ist eine rein psychotherapeutische Behandlung von nichtorganischem Vaginismus meistens nicht ausreichend. Dennoch kann die Praxis für Psychotherapie die richtige Adresse sein. Denn dort kennt man Adressen von Fachärzten für Sexualmedizin, denen man sich mit diesem Problem anvertrauen kann. Manchmal geschieht die Behandlung dann tatsächlich Hand in Hand in Hand mit der Psychotherapie.

Einige der genannten Methoden, um den nichtorganischen Vaginismus zu behandeln, lassen sich zumindest theoretisch auch selbst durchführen. Allerdings sollte man dies nicht ohne Expertenrat versuchen. Andernfalls besteht ein zu großes Risiko, dass sich die Symptome sogar noch verschlimmern. Nach sachkundiger Anleitung ist es aber möglich, die Behandlungserfolge durch bestimmte, selbst durchgeführte Übungen zu unterstützen.

Ist nichtorganischer Vaginismus heilbar?

Da hier keine organische Störung oder Erkrankung zugrunde liegt, ist ein vollständiger und dauerhafter Rückgang der Symptome jederzeit möglich. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Betroffenen in den meisten Fällen durch regelmäßige, sachkundig angeleitete Übungen lernen müssen, ihre eigene Scheidenmuskulatur wieder zu kontrollieren.

Ob und nach welcher Zeit erfolge eintreten, ist individuell verschieden. Auch die Art der Therapie und die Regelmäßigkeit von Trainingseinheiten ist in dieser Hinsicht ausschlaggebend.

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