Versagensangst: Die Angst, nicht genug zu sein

Angst vor Versagen

Versagensangst: Die Angst, nicht genug zu sein
Versagensangst: Die Angst, nicht genug zu sein
Fehler zu machen gehört zum Leben dazu, dennoch haben viele Menschen genau davor Angst. Die Angst, nicht genug zu sein, die Versagensangst steht schon stark im Wege. Wenn diese Angst so stark wird, dass sie die Lebensfreude dauerhaft einschränkt, so spricht man von der Versagensangst oder leistungsbezogenen Angst, begleitet von dem Gefühl des Nicht-gut-genug-Seins.

Wie entstehen Versagensängste?

Versagensängste manifestieren sich im Laufe des Lebens, häufig in der mittleren Kindheit im Alter von 7 bis 12 Jahren. Im Kleinkindesalter treten sie in der Regel nicht auf, da in diesem Alter das Verhalten noch überwiegend intrinsisch gesteuert ist. Erst im Laufe der Sozialisation gewinnt der extrinsische Einfluss in Form von Meinungen und Bewertungen des Umfelds an Bedeutung zu. Versagensangst: Die Angst, nicht genug zu sein entstehen häufig während der Schulzeit, insbesondere dann, wenn Anerkennung und Zuwendung durch Bezugspersonen an gute Leistungen gekoppelt werden.

Zum Teil entwickeln sich Versagensängste auch erst während der Studienzeit oder im Beruf ebenfalls aufgrund von zu hohem Leistungsdruck, Konkurrenz, Zeitdruck und autoritärem Verhalten durch Vorgesetzte.
Neben familiären Risikofaktoren sind auch soziale Phobien, Depressionen und generalisierte Angststörungen mögliche Ursachen für die Entstehung von Versagensängsten.

Wie erkennt man Versagensangst?

Wissenschaftlich gesehen setzt sich die Versagensangst, die Angst nicht genug zu sein aus Aufregung und Besorgnis zusammen, wobei die Besorgnis aus der verstärkten Wahrnehmung der eigenen Gedanken entsteht und eng mit der Aufregung zusammenhängt. Diese wiederum resultiert vordergründig aus den körperlichen Anzeichen.
Die körperlichen Symptome werden größtenteils durch das Stresssystem des vegetativen Nervensystems, auch Sympathikus genannt, vermittelt.

Dazu gehören vor allem Herzpochen bis hin zum Herzrasen, aber auch muskuläre Verspannungen sowie Appetitlosigkeit. Weitere körperliche Symptome können jedoch auch Schlafprobleme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden sein. Psychisch äußern sich Versagensängste durch eine negative Selbst- und Situationsbewertung. Weiterhin charakteristisch sind ein beeinträchtigten Aufgabenfokus sowie mangelnde Konzentration und Denkblockaden bis hin zum sogenannten Black Out.

Welche Konsequenzen hat Versagensangst?

Die körperlichen und psychischen Symptome führen nicht selten zu einem Vermeidungsverhalten, zu Prokrastination und nicht zuletzt zu sozialem Rückzug.
Die negative Situationsbewertung vor angstbehafteten Situationen kann sich im weiteren Verlauf situationsübergreifend auch auf persönliche Beziehungen und andere Lebensbereiche ausweiten.
Ernst wird die Versagensangst, wenn sie Depressionen auslöst und weitere Selbstzweifel und Rückzug auslösen.
Daher ist bei starker Versagensangst professionelle Hilfe ratsam.

Wie lernt man den Umgang mit Versagensängsten?

Zunächst sollte man sich klar machen, dass man nur aus Fehlern lernt. Um den negativen Selbst- und Situationsbewertungen entgegenzuwirken, hilft es, zu versuchen, die Situation aus der Außenperspektive zu betrachten. Oftmals malt man sich ein Worst-case-Szenario aus, doch wie wäre es, den Spieß einmal umzudrehen und sich ein Best-case-Szenario vorzustellen? Indem man versucht, den Fokus auf Positives zu legen, wirkt man dem körperlichen und psychischen Stress entgegen. Dabei können auch Entspannungstechniken hilfreich sein. Diese sollte man in ruhigen Situationen einüben, um sie auch in stressigen und angstbehafteten Situationen optimal nutzen zu können.

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Besonders häufig genutzte Methoden sind dabei autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder auch Yoga und Meditationen. Bei schweren Ausprägungen der Versagensangst sind professionelle Hilfe im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie empfehlenswert. Dabei werden zunächst die Gründe für die Angst identifiziert und man lernt negative Gedankenspiralen abzuwenden und mittels verschiedener Techniken und Übungen das eigene Selbstbildnis zu verbessern und Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten zu gewinnen.

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