Was macht Demenzkranke glücklich?

Wie kann man Demenzkranke beruhigen?

Was macht Demenzkranke glücklich?
Was macht Demenzkranke glücklich?
Demenzkranker schlagen häufig um sich und/oder schreien. In der vorgeschritten Phase ist alles anders. Bzw. der Mensch ändert sich mit Demenz und mit ihm auch sein Charakter. Die Verwandten und Bekannten berichten über Änderung in Richtung depressive Verstimmung, Interessenlosigkeit an früher beliebten Beschäftigungen, Orientierungsschwierigkeiten, keine oder wenig Beteiligung an den Gesprächen, usw.  Was macht aber Demenzkranke glücklich? Die Auslöser dafür können unterschiedlicher Natur wie:

  • körperlicher Schmerz,
  • Aufregung,
  • Halluzinationen,
  • persönliche Verzweiflung und/oder
  • Angst über Verschlechterung des eigenen Zustandes
  • Frustration durch Langeweile oder
  • das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit sein.
  • Auch das ‚Sundowning‘-Phänomen, das beim Untergehen der Sonne auftritt, stellt nicht selten eine Ursache für ihre Unruhe dar.

Um Demenzkranke zu beruhigen, bietet es sich daher an, selbst zunächst ruhig zu bleiben. Auch kurze, deutliche Sätze sind vorteilhaft. Berührungen erfolgen am besten nur dann, wenn sie von den Betroffenen auch gewünscht werden –auf vorsichtige Weise. Danach gilt es, durch aufmerksames Beobachten und Zuhören die Ursache für das Verhalten der dementen Person zu ergründen. Danach sollte es sofern möglich zu einer zeitnahen Auflösung des Problems (beispielsweise dem Gang zur Toilette) kommen. Dabei ist es vorteilhaft, die zwischenzeitliche Aufmerksamkeit weg vom Problem und hin zu etwas Positivem zu lenken.

Was brauchen demente Menschen?

Demente Menschen profitieren sehr von festen und verlässlichen Strukturen, die ihnen ein großes Maß an Orientierung bieten.
Das ist deshalb so wichtig, weil ihre eigene Orientierung Schritt für Schritt abnimmt. Folglich ist es von großer Bedeutung, sie soweit und solange wie machbar zu erhalten und zu fördern. Das funktioniert beispielsweise über das Hinterlegen von Alltagsgegenständen an festen Plätzen. Oder über das regelmäßige gemeinsame Wiederholen von Laufwegen. Dabei gibt die demente Person den Weg vor und wird nur bei Bedarf dezent unterstützt.

In diesem Rahmen ist es wichtig, sie nicht zu überfordern. Dabei kann das Vermeiden von offenen Fragen ebenso hilfreich sein wie der Verzicht auf Fragen nach Handlungsgrund. Besser ist es, mit Geduld vorzugehen und durch ein abwechslungsreiches Programm dafür zu sorgen, dass noch bestehende Kompetenzen trainiert werden.
Das betrifft sowohl physische als auch psychische Aspekte. Die Förderung der kognitiven Fähigkeiten ist dabei ebenso erwähnenswert wie ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung.

Wie motiviert man Demenzkranke?

Für demente Menschen ist es von großer Bedeutung, dass sie das Gefühl haben, etwas Konstruktives zum Leben der Menschen beizutragen. Dies gelingt über eine individuell sinnvolle Aktivierung.
Sie setzt voraus, dass die betroffene Person gerne an der dazugehörigen Aktivität teilnimmt. Dafür muss neben einem kreativen Spielraum auch der Umstand gegeben sein, dass die Person in ihrer dann aktuellen physischen und psychischen Situation passgenau abgeholt wird. Wir reden also von einer Herausforderung, die mit etwas Einsatz idealerweise bewältigt werden kann.

Potenzielle Aktivitäten, mit denen das erreichbar ist, sind unter anderem
  • Gedächtnis- und Geduldsspiele,
  • Biografie-Arbeiten,
  • singen und (vor-) lesen,
  • Bewegung in Form von Spaziergängen, Einkaufstouren oder kleineren Sportprogrammen (Ballspiele, Tanzen, etc.),
  • das Ausüben von hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie dem Gemüse-Schälen, dem Tisch-Decken oder Blumen-Gießen sowie
  • das Aktivieren möglichst vieler Sinne durch das Essen, das Beobachten des Wetters oder das Musik-Hören.

Was sollte man bei Dementen vermeiden?

Von Demenz betroffene Personen profitieren keinesfalls davon, wenn man ihre persönlichen Gefühle bezüglich der Erkrankung ignoriert oder sogar abtut. Man unterstützt sie deutlich besser, wenn man versucht, die Gründe für ihre Unzufriedenheit zu entdecken. Danach kann man (eventuell sogar noch mit ihnen gemeinsam) zu überlegen, was sich dagegen tun lässt. Es geht also nicht darum, ihnen alles abzunehmen, sondern sie zielgerichtet zu unterstützen. Herauszufinden, was macht Demenzkranke glücklich , ist manchmal keine leichte Aufgabe.

Wesentlich dafür ist eine ruhige und für sie nachvollziehbare Kommunikation. Eine zu hohe Sprechgeschwindigkeit ist dabei ebenso zu vermeiden. Weiterhin auch das Bilden von langen und/oder komplizierten Sätzen. Da sie irgendwann auch im Gespräch nicht mehr mitkommen. Ein guter Orientierungspunkt ist dabei, eine Form der Sprache zu verwenden, die man im Gespräch mit fremdsprachigen Menschen nutzt, die deutschen Sprache nicht komplett mächtig sind.
Und – wie bereits gesagt: Demente Menschen profitieren ungemein von festen Strukturen und sinnvollen Aufgaben. Dementsprechend ist kaum etwas kontraproduktiver als mangelnde Beschäftigungsangebote und ein permanent wechselnder Tagesablauf.

Weiterhin ist für die Demenzkranke sehr wichtig auf sie persönlich und individuell einzugehen. Streitereien zu meiden. Sie extra zu provozieren oder deren Meinung korrigieren, wenn sie eine andere haben. Sie erkennen zum späterem Zeitpunkt nicht mehr, was wirklich die Wahrheit ist oder können auch die reale Lage nicht erkennen und unterschieden. Tätigkeiten oder Beschäftigungen sollen Spaß machen. Kein Zwang oder auf Teufel komm raus mit den zu üben, was sie nicht mögen. Auch Demenzkranke macht das glücklich, was sie selber mögen und machen möchten.

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