„Was wäre, wenn…“: Die Angst vor dem Leben

Die ständige Frage „Was wäre, wenn…“ - ewiger Kreis der Gedanken um Alles

„Was wäre, wenn…“: Die Angst vor dem Leben
„Was wäre, wenn…“: Die Angst vor dem Leben
Wenn die Gedanken ständig um die Zukunft kreisen. Die Frage „Was wäre, wenn…“ und die Angst vor dem Leben aufkommt. Genauso die Sorgen nicht aufhören wollen, so kann es sich um eine generalisierte Angststörung handeln. Die Angst vor dem Leben, insbesondere vor der Zukunft, wird auch als Existenzangst bezeichnet. Tatsächlich ist sie keine Seltenheit. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ca. 5% der Bevölkerung betroffen sind.

Was ist eine generalisierte Angststörung?

Bei einer generalisierten Angststörung, wie der Zukunftsangst, gibt es kein spezifisches angstauslösendes Objekt. Eine reale Bedrohung lässt sich in Bezug auf den Patienten objektiv nicht ausmachen. Dennoch gelten gesellschaftliche Faktoren wie allgemeine zunehmende Arbeitslosigkeit als sogenannte Trigger für eine generalisierte Angststörung. Die Entwicklung von Ängsten beginnt in der frühsten Kindheit bereits in den ersten Lebenswochen. In dieser Zeit entwickelt ein Säugling durch eine stabile Bindung zu Bezugspersonen ein sogenanntes Urvertrauen. Dieses Urvertrauen hilft später, Vertrauen in sich und sein Umfeld zu gewinnen und die Herausforderungen der weiteren Entwicklung in der Sozialisation zu meistern.

Zumal kam es es in der frühen Kindheit zu Vernachlässigung, dem Verlust von Bezugspersonen oder gar zu Missbrauch, wird die Entwicklung des Urvertrauens massiv beeinträchtigt und die Manifestation von Ängsten unter Umständen begünstigt. Erlebt ein Kind bereits in jungem Alter ständig das Gefühl des Sich-ausgeliefert-Fühlens, so kann dies mit geringerem Selbstvertrauen einhergehen und im Erwachsenenalter zur Unterschätzung der eigenen Selbstwirksamkeit führen. Da spielt es vor allem eine Rolle bei herausfordernden Lebensereignissen und Krisensituationen.

Was macht die Angst vor der eigenen Existenz so bedeutsam?

Neben einem Leben in ständiger Sorge um die eigene soziale, vielleicht aber auch finanzielle Stabilität, tritt die weitere Angst um Existenz- und Zukunftsangst häufig in Begleitung auf. Das Gefühl der innere Unruhe und der Hilflosigkeit begünstigt die Entstehung von Versagensangst. Der Körper reagiert auf diese Ängste mit einer Ausschüttung von Stresshormonen, die zu permanenter Anspannung und Schlafstörungen führen kann. So treten körperliche Symptome wie Herzrasen auf.

Weiterhin die Gefahr eines permanenten Stresspegels besteht in der Begünstigung eines sogenannten Burn-Outs, weshalb professionelle Unterstützung ratsam ist.
Besonders gefährdet sind introvertierte Menschen, die häufig eher auf das Wohl der Menschen um sich herum bedacht sind. Indessen haben sie tendenziell ein geringeres Selbstvertrauen. Somit unterschätzen sie ihre eigenen Handlungsfähigkeiten. Kommt in Stresssituationen das Gefühl mangelnder Bewältigungsmöglichkeiten auf, so wird die Existenzangst ausgelöst.

Welche Möglichkeiten der Angstbewältigung gibt es?

In einer kognitiven Therapie gehe es bei der Angst vor dem Leben ist das Therapieziel die Stärkung der emotionalen Widerstandskraft, im Fachjargon als Resilienz bezeichnet. In dem Prozess lernt man, dass Gefühle und Gedanken beeinflussbar sind und man ihnen nicht hilflos ausgeliefert ist. Im Rahmen der Therapie werden dem Patienten Methoden und Techniken zum Ersatz negativer Gedanken durch realistischere, lebensbejahende Gedanken an die Hand gelegt. Dabei liegt der Fokus auf den Stärken, nicht auf den Schwächen des Patienten.

Psychotherapie ist ratsam und empfehlenswert

Mittels der Psychotherapie lassen sich Ängste inhaltlich aufarbeiten. Dies hilft dem Patienten, die möglichen Ursachen und die Entwicklung der Angststörung zu verstehen, Angstsituationen rationaler zu bewerten und sich zugleich weniger von der Angst leiten zu lassen. Weiterhin sind Entspannungstechniken ergänzend für akute Erregungszustände oder auch der phytotherapeutische Einsatz von Lavendel und anderen beruhigenden Mitteln sinnvoll. Grundsätzlich gilt, dass Bewegung, Sport und auch Meditation Stresshormone abbauen und Glückshormone freisetzen.

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Das trägt zur Förderung eines positiven Körpergefühls bei, erhöht die Selbstwirksamkeit und stärkt so langfristig das Selbstvertrauen. Schon ein Spaziergang an der frischen Luft kann als kleine persönliche Auszeit helfen, den Fokus wieder auf die schönen Seiten des Lebens zu lenken.
Dennoch ist eine begleitende Therapie dringend ratsam, da mit einer generalisierten Angststörung das Risiko für die Manifestation anderer psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Suchterkrankungen erhöht ist. Bei stark ausgeprägter Zukunftsangst führt das Vermeidungsverhalten so häufig zu weiteren spezifischen Angststörungen wie einer sozialen Phobie.

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