Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen

Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen
Emetophobie: Die Angst vor dem Erbrechen
Die Emetophobie – die Angst vor dem Erbrechen gehört zu den weniger bekannten Angststörungen, was es für die Betroffenen allerdings noch schwieriger macht, denn Alltag damit zu bestreiten. Fachleute schätzen, dass etwa 0,1% der Bevölkerung Angst vor dem Erbrechen hat. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Was sind die Merkmale einer Emetophobie?

Ein Gefühl des Ekels oder des Abscheus in Bezug auf das erbrechen ist vollkommen normal. Auf die eigene Person bezogen kann man es sogar als einen Schutz verstehen, denn ein gesunder Mensch erbricht nur im äußersten Notfall: Da der Mageninhalt aufgrund der dort vorherrschenden Säuren stark ätzend ist, sollte er möglichst nicht zurück in die Speiseröhre gelangen. Nur wenn der Magen mit aufgenommenen Speisen überfordert ist, aufgrund von aufgenommenem Gift oder durch eine Infektion kommt es vor, dass sich der Brechreiz nicht mehr zurückhalten lässt.

Auch ein übermäßiger Konsum von Alkohol kann dazu führen, dass man sich übergeben muss. Die Angst davor, sich übergeben zu müssen, geht noch über dieses natürliche Gefühl hinaus. Im Groben lassen sich zwei Gruppen von betroffenen ausmachen. Einige Menschen haben permanent Angst, bestimmte Speisen nicht zu vertragen oder den Brechreiz in unpassenden Situationen nicht zurückhalten zu können.

Vor allem auf Reisen im Taxi, im Bus, im Flugzeug oder mit dem Schiff erleben Betroffene immer wieder die aufkommende Angst, den eigenen Mageninhalt nicht mehr unter Kontrolle zu behalten. Auch die Angst vor dem anschließenden Brennen in der Speiseröhre spielt bei vielen Menschen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Die zweite Gruppe verspürt eine hochgradige Angst davor, dass andere Menschen sich in ihrer Nähe übergeben müssen. Hier erleben Betroffene den Geruch und die Optik als extrem abstoßend und erspüren das Erbrochene selbst als hochgradig verunreinigt.

Welche Ursachen stecken hinter der Emetophobie?

Komplett verstanden wurden die Ursachen für die Emetophobie der Angst vor dem Erbrechen bis heute nicht. Die meisten Psychologen gehen davon aus, dass sie am ehesten in der Kindheit zu suchen sind. Hat ein Mensch das eigene Erbrechen oder jenes einer in der Nähe befindlichen Person als besonders traumatisch erlebt, manifestiert sich die Erinnerung daran als ein übertrieben starkes Angstgefühl.

Welche Symptome haben Menschen mit der Angst vor dem Erbrechen?

Je nach Art und Ausprägung der Angststörung legen Betroffene ein Vermeidungsverhalten an den Tag. Wer Angst hat, sich selbst übergeben zu müssen, vermeidet zum Beispiel eine Flug- oder Schiffsreise. Auch das eigene Essverhalten ist in vielen Fällen stark eingeschränkt und beschränkt sich oftmals auf einige wenige Lebensmittel. Dies kann natürlich zu einer Mangelernährung führen.

Auf den Konsum von Alkohol wird oftmals komplett verzichtet und Situationen, in denen alkoholische Getränke konsumiert werden, werden gemieden. Dies gilt auch bei jenen, die Angst vor Erbrechenden haben. Wer Menschen beim Erbrechen erlebt hat, vermeidet oftmals den Ort des Geschehens. Die Problematik in fast allen Fällen der Emetophobie liegt darin, dass alleine die übersteigerte Angst zu Übelkeit führt und den Brechreiz dadurch zusätzlich verstärkt.

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Was kann man gegen die Angst vor dem Erbrechen tun?

Die Therapie dieser Angststörung verläuft in den meisten Fällen über die Konfrontation. Betroffenen werden dabei Bilder von erbrechenden Menschen gezeigt. Gleichzeitig wird ihnen vermittelt, dass ihnen durch diese Wahrnehmung nichts Schlimmes widerfährt. Menschen, die Angst vor dem eigenen Erbrechen haben, lernen hingegen Strategien, den Brechreiz gar nicht erst auszulösen. Ein Ernährungsplan kann helfen, sich der gut verträglichen Speisen bewusst zu werden. Auf Reisen helfen bestimmte Strategien, zum Beispiel das Beobachten des Horizonts während einer Seefahrt. Auch gezielte Schluck- und Atemübungen sowie Tabletten gegen die Reisekrankheit können Symptome reduzieren oder dafür sorgen, dass es gar nicht erst zu einer Angstattacke kommt.

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