Soziopathie

Was bedeutet Soziopathie und wir verhält sich ein Soziopath

Soziopathie
Soziopathie
Der Begriff Soziopathie ist eigentlich ein Kunstwort. Es setzt sich aus dem lateinischen Wort ‚socius‘ (Gefährte) und dem altgriechischen Wort ‚páthos‘ (Leiden) zusammen. In der Konsequenz beschreibt es eine psychische Störung des Sozialverhaltens. Als Soziopathen bezeichnete Personen sind häufig nicht oder lediglich eingeschränkt dazu in der Lage….

  • Mitgefühl zu empfinden,
  • sich in andere Personen hineinzuversetzen und
  • nach gesellschaftlich anerkannten Moral- und Wertvorstellungen zu handeln, sofern diese ihrer eigenen Entfaltung im Weg zu stehen scheinen.

Wie erkenne ich, ob ich ein Soziopath bin?

Wie schon angesprochen zeichnen sich Soziopathen durch einen Mangel an Empathie bei gleichzeitiger Rücksichtslosigkeit gegenüber Dritten aus. Wer sich nicht nur darin, sondern auch in mehreren andern der nun genannten Merkmale wiedererkennt, trägt möglicherweise soziopathische Züge in sich.

  • Das persönliche Wohlbefinden steht im Mittelpunkt
  • Genuss der Macht über andere und das verletzende Ausnutzen dieser Macht
  • Manipulation anderer durch eine gleichermaßen charismatische wie exzentrische wie charmante Art
  • Sensation-Seeking nach dem ‚Höher-schneller-weiter‘-Muster
  • kein Wille vorhanden , die Konsequenzen für das eigene Handeln zu tragen
  • Drang, das Umfeld für Misserfolge verantwortlich zu machen
  • hohes Maß an Nervosität und geringes Kontrollvermögen in Bezug auf die eigenen Emotionen
  • Tendenz zum schnellen verbalen und/oder körperlich aggressivem Reagieren
  • Gefühl, anderen in diversen Hinsichten überlegen zu sein
  • fehlender Wunsch nach langfristigen Bindungen mit emotionalem Tiefgang

Wie denkt ein Soziopath?

Aufgrund einer dissozialen Persönlichkeitsstörung erweisen sich die Denkweisen von Soziopathen als ausgesprochen ich-zentriert. Die eigenen Wünsche stehen im Fokus. Die Bedürfnisse anderer Menschen – selbst von Familienangehörigen – berücksichtigen Soziopathen bei ihren Überlegungen und Handlungen hingegen nicht.
Dies liegt daran, dass sich Soziopathen als Mittelpunkt ihrer eigenen Existenz und der Welt wahrnehmen. Im Umkehrschluss erkennen im Zuge ihres “Me first” – Bedürfnisses keinen Sinn darin, anderen Personen zu helfen und ihnen respektvoll entgegenzutreten. Folglich haben sie keine Probleme dabei, andere zu manipulieren und ihnen gegenüber verantwortungslos und/oder aggressiv zu handeln.

Dieser Mangel an Empathie ist gleichzeitig aber nicht unbedingt mit einem Mangel an Intelligenz verbunden. Soziopathen sind prinzipiell durchaus zu einem rationalen, kalkulieren den Handeln fähig. Wobei sich natürlich immer die Einzelfall Frage in Bezug auf das planvolle Handeln stellt. Scham oder moralische Werte spielen in ihren Denkkategorien jedoch nie eine Rolle.

Hat ein Soziopath Gefühle?

Ja. Im Gegensatz zu Psychopathen sind Soziopathen durchaus in der Lage, Gefühle zu empfinden. Allerdings können sie diese – speziell Wut und Angst – nicht gut kontrollieren. Aufgrund der Unfähigkeit, ihre Emotionen zu kontrollieren, haben Soziopathen oft das Gefühl, ungerecht behandelt oder beleidigt zu werden. In der Konsequenz suchen sie nach einer Kanalisierung dafür. Diese besteht meist darin, andere zu verletzen und sich dadurch mächtig zu fühlen.
Die Ursache für das Bedürfnis danach ist häufig in nicht verarbeiteten emotionalen Traumata zu finden. Oftmals handelt es sich bei ihnen um Folgen von Vernachlässigung und/oder (sexueller) Gewalt, die nicht aufgearbeitet wurden. Im Gegensatz zu Psychopathen, deren Mitgefühls-und-Impulskontroll-Region im Gehirn unterentwickelt ist, basieren die Handlungen von Soziopathen also nicht vorwiegend auf einem Gen-Defekt. Stattdessen handelt es sich um ein weitgehend erlerntes Verhalten, welches das Führen von langfristigen Beziehungen erschwert.

Wie verhält sich ein Soziopath in einer Beziehung?

Wie gerade angesprochen, präsentieren sich Soziopathen in aller Regel als sehr schwierige, fast immer toxische Beziehungspartner. Ihre Probleme, Emotionen zu verarbeiten und mit gesundem Maß zu kanalisieren, lassen sie schnell ausfallend werden. Dazu passt, dass Soziopathen ihren Partnern fast immer vorwerfen, ihnen etwas Schlechtes zu wollen. Es kommt jedoch ebenso häufig vor, dass sie selbst ausfallend-beleidigend oder sogar körperlich aggressiv werden.

Und auch das Fehlen von Empathie erweist sich in Beziehungen als große Hürde. Lügen und Manipulationen sind an der Tagesordnung, weil Soziopathen kein Verständnis für die (emotionalen) Wünsche ihres Gegenübers mitbringen. Somit ist es ihnen kaum möglich, sich zu entschuldigen, wenn sie jemanden in dieser Hinsicht verletzten. Denn wo kein Schamgefühl und kein Interesse abseits der eigenen Belange, da auch kein aufrichtiges “Sorry”.

 

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