Was ist ein starkes Aphrodisiakum?

Was bewirkt Aphrodisiakum

Was ist ein starkes Aphrodisiakum?
Was ist ein starkes Aphrodisiakum?
Wir möchten Ihnen heute sieben wissenschaftlich untermauert aphrodisierend wirkende Lebensmittel vorstellen. Was genau ist ein starkes Aphrodisiakum? Aphrodisiaka sind Lebensmittel oder Medikamente, die den Sexualtrieb wecken und damit das entsprechende Verlangen steigern beziehungsweise die sexuelle Leistung erhöhen. Kein Wunder, dass eine Vielzahl an entsprechenden Produkten im Umlauf ist, die in diesem Sinne teuer vermarktet werden.

Es sei aber darauf hingewiesen, dass so manches Aphrodisiakum nicht wissenschaftlich belegt ist und dass manche Naturprodukte und Medikamente negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Wenn Sie also überlegen, ob sie bestimmte Präparate ausprobieren wollen, sollten Sie zuerst mit ihrem Arzt und/oder Sexuologen sprechen. Das gilt auch für den Fall, dass die sexuelle Problematik tiefer geht. Also beispielsweise dann, wenn Traumata, Vergewaltigungen, depressive Stimmungen oder auch ernsthafte Krankheiten oder Unfälle vorliegen.

1. Maca (Lepidium meyenii) – Peru Gingseng

Bei der Maca handelt es sich um ein süßes Wurzelgemüse mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteile. In Südamerika wird sie häufig zur Steigerung der Fruchtbarkeit verwendet und trägt den Spitznamen “peruanisches Viagra”. Sie wächst hauptsächlich in den Bergen Zentralperus und ist mit Kreuzblütlern wie Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl und Kohl verwandt.
In Tierstudien wurde bei Nagetieren nach dem Verzehr von Maca eine Steigerung der Libido und der erektilen Funktion festgestellt. Vier weitere Studien deuten darauf hin, dass Maca auch beim Menschen die Libido steigern kann.
Eine weitere kleine Studie zeigt zudem an, dass Maca dazu beitragen kann, den Libidoverlust zu verringern, der häufig als Nebenwirkung bestimmter Antidepressiva auftritt.

2. Bindii (Tribulus terrestris)

Tribulus terrestris, auch bekannt als Bindii, ist eine einjährige Pflanze, die in trockenem Klima wächst.
Diverse Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln behaupten oft, dass sie die Libido steigern kann. Allerdings sind diese Angaben mit Vorsicht zu genießen. Denn wenngleich Studien daraufhin deuten, dass die Einnahme bei einigen Tieren den Testosteronspiegel erhöhen kann, ist bisher unter anderem laut dem Institut für Biochemie an der Sporthochschule Köln nicht bewiesen, dass sie den Testosteronspiegel oder die Fruchtbarkeit beim Menschen nachweislich erhöht.

Begrenzte Hinweise anderer Forschungseinrichtungen deuten jedoch darauf hin, dass es die sexuelle Funktion und das Verlangen bei Männern und Frauen steigern kann.

3. Ginkgo Biloba

Ginkgo biloba ist ein pflanzliches Ergänzungsmittel, das aus einer der ältesten Baumarten, dem Ginkgo-Biloba-Baum, gewonnen wird.
In der traditionellen chinesischen Medizin wird es zur Behandlung zahlreicher Beschwerden, darunter auch Depressionen und sexuelle Funktionsstörungen, eingesetzt. Ginkgo biloba soll als Aphrodisiakum wirken, indem es hilft, die Blutgefäße zu entspannen und den Blutfluss zu erhöhen. Studien haben jedoch gemischte Ergebnisse erbracht.

In einer kleinen Studie aus dem Jahr 1998 wurde beispielsweise berichtet, dass Ginkgo biloba den Libidoverlust, der durch die Einnahme von Antidepressiva verursacht wird, bei etwa 84 % der Teilnehmer verringert. Eine strengere Folgestudie wurde im Jahr 2004 veröffentlicht. In dieser Studie wurden bei einer ähnlichen Gruppe von Teilnehmern, die Ginkgo biloba einnahmen, keine Verbesserungen festgestellt
Ginkgo biloba ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber als Blutverdünner wirken. Wenn Sie also blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten Sie vor der Einnahme von Ginkgo biloba mit Ihrem Arzt sprechen.

4. Roter Ginseng

Ginseng ist ein weiteres beliebtes Kraut in der chinesischen Medizin.
Eine bestimmte Sorte, roter Ginseng, wird häufig zur Behandlung einer Reihe von Beschwerden bei Männern und Frauen – einschließlich geringer Libido und ebensolcher sexueller Funktion – verwendet.
In mehreren Studien wurde festgestellt, dass roter Ginseng bei der Verbesserung der Erektionsfähigkeit wirksamer ist als ein Placebo. Eine kleine Studie ergab außerdem, dass roter Ginseng die sexuelle Erregung in den Wechseljahren verbessern kann.

Ginseng wird im Allgemeinen gut vertragen, kann aber mit blutverdünnenden Medikamenten und der Behandlung hormonempfindlicher Krebsarten in Konflikt geraten. Zudem kann Ginseng in einigen Fällen auch Kopfschmerzen, Verstopfung oder leichte Magenverstimmungen verursachen.

5. Bockshornklee

Bockshornklee ist eine einjährige Pflanze, die weltweit angebaut wird.
Seine Samen werden vor allem in südasiatischen Gerichten verwendet. Aber auch in der ayurvedischen Medizin ist er als entzündungshemmendes und Libido steigerndes Mittel beliebt. Und das vielleicht aus gutem Grund. Denn dieses Kraut scheint Verbindungen zu enthalten, die der Körper zur Herstellung von Sexualhormonen wie Östrogen und Testosteron nutzen kann.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass das sexuelle Verlangen und die sexuelle Erregung in der Bockshornklee-Gruppe am Ende der 8-wöchigen Studie im Vergleich zur Placebo-Gruppe deutlich zunahmen.
Bockshornklee ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber mit blutverdünnenden Medikamenten in Wechselwirkung treten und leichte Magenverstimmungen verursachen. Außerdem kann Bockshornklee aufgrund seines Einflusses auf die Sexualhormone auch die Behandlung von hormonempfindlichen Krebsarten beeinträchtigen.

6. Pistazien

Pistazien werden schon seit 6.000 v. Chr. gegessen. Sie haben einen hohen Nährwert und sind reich an Proteinen, Ballaststoffen und gesunden Fetten.
Pistazien können eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen haben. Unter anderem helfen sie, den Blutdruck zu senken, das Gewicht zu kontrollieren und das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern. Sie können auch dazu beitragen, die Symptome der erektilen Dysfunktion zu verringern. Experten vermuten, dass diese Wirkungen auf die Fähigkeit der Pistazien zurückzuführen sind, den Cholesterinspiegel im Blut zu verbessern und eine bessere Durchblutung des gesamten Körpers zu fördern.
Allerdings wurde in dieser Studie keine Placebogruppe eingesetzt, was die Interpretation der Ergebnisse erschwert. Es sind also weitere Studien erforderlich, bevor eindeutige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

7. Safran

Safran ist ein Gewürz, das aus der Blüte des Crocus sativus gewonnen wird. Es ist in Südwestasien beheimatet und seinem Gewicht nach eines der teuersten Gewürze der Welt. Es wird oft als alternatives Heilmittel verwendet, um Depressionen zu behandeln, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern. Darüber hinaus ist Safran auch wegen seiner potenziell aphrodisierenden Eigenschaften beliebt – insbesondere bei Personen, die Antidepressiva einnehmen.
In einer Folgestudie mit Frauen wurde berichtet, dass die Frauen in der Safrangruppe ein höheres Maß an Erregung und eine stärkere Lubrikation erlebten als die Frauen in der Placebogruppe.
Studien über die aphrodisierenden Eigenschaften von Safran bei Personen ohne Depression ergaben jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Safran gehört damit zu den bekannten Aphrodisiaka, für die es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege gibt. Womit er sich in guter Gesellschaft einiger weiterer Lebensmittel befindet.

8. Mycosentials (Raupenpilz)

Klapperschwamm, oder auch chinesischer Raupenpilz (Ophio­cordyceps sinensis), Eichhase, glänzender Lackporling oder auch Cordyceps Pilz ist ein Pilz der weit entfernt mit den Trüffeln verwand ist. Raupenpilz nennt man den für sein Aussehen. Er sieht wie eine Schmetterlingslarve (Raupe) oder auch lange Schraube aus. Raupenpilz steht als Aphrodisiakum hoch im Kurs. Da es sehr wenige davon gibt, liegt er preislich auch sehr hoch.

Angebliche, bekannte Aphrodisiaka ohne wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung

1. Kakao

Xocolatl galt schon bei den Maya Azteken als heiliges Getränk, das nur gesellschaftlich hochstehende Personen wie Könige, Priester und hochrangige Krieger vor wichtigen Kriegszügen trinken durften. Kakao, zusammen mit warmem Wasser und verschiedenen Gewürzen (überliefert sind unter anderem die Verwendung von Vanille, Pfeffer und Chili) gereicht, galt als anregend und den gesamten Körper kräftigend. Und tatsächlich ist im Kakao ein Stoff, der mit für diese dem Kakao zugeschriebene Wirkung infrage kommt.

Beim in der Schokolade befindlichen Phenetylamin handelt es sich um ein körpereigenes Hormon, das für das Glücksempfinden eine Rolle spielt. Es ist also nicht komplett ausgeschlossen, dass Schokolade glücklich machen kann. Allerdings ist die Studienlage zu schlecht und die meisten Studien verfügten über zu geringe Teilnehmerzahlen, um die stimmungsfördernde Wirkung von Kakao und Schokolade wirklich abzusichern. Gleiches gilt auch für seine aphrodisierende Wirkung, insbesondere bei Frauen. Wer sich also von kakaohaltigen Lebensmitteln eine Luststeigerung erhofft, nur zu. Sie ist nur leider nicht wissenschaftlich garantiert. Aber dafür kann man Schokolade ja durchaus anderweitig luststeigernd ins Liebesleben einbauen.

2. Austern

Austern galten bereits in der Antike als Aphrodisiakum und wurden dementsprechend auch in der Mythologie und der darstellerischen Kunst als solche gewürdigt. Man denke nur an die griechische Liebesgöttin Aphrodite, die nicht nur irgendeiner Muschel, sondern speziell einer Auster entstieg. Aber auch der berühmt-berüchtigte Verführer des 18. Jahrhunderts, Giacomo Casanova, war ein waschechter Austern-Fan. Seinen eigenen Angaben nach durften es schon 50 Stück pro Tag sein, um seine Potenz in Top-Form zu halten.

Tatsächlich enthalten Austern Zink und das ist prinzipiell gut für den Testosteronspiegel. Allerdings ist dies auch in anderen Meeresfrüchten sowie Fisch und weiteren Lebensmitteln enthalten. Es brauchen also keine teuren Austern sein, wenn man(n) mit Zink etwas für seine Libido tun möchte. Zudem gibt es noch keine wissenschaftliche Studien, die die libidosteigernden Eigenschaften von Austern beim Menschen wirklich belegen. Nur eine Studie in Bezug auf Ratten sieht dort eine potenziell-entsprechende Wirkung.

3. Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), auch Keuschlamm genannt

Studien deuten darauf hin, dass diese Frucht den Hormonspiegel beeinflussen und die Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS) bei Frauen verringern kann. Es gibt jedoch keine Beweise für eine libidosteigernde Wirkung.

4. Honig

Süßes geht immer! Das dachten sich bereits die Steinzeitmenschen, die vor mehr als 9.000 Jahren anfingen, Honig als Nahrungsmittel und als Köder für die Bärenjagd zu nutzen. Geschätzt zwei Jahrtausende später begannen die Menschen dann wohl in Anatolien, Bienen auch als Haustiere zu halten. Mit Erfolg: Honig galt später in vielen Kulturen, beispielsweise in denen der alten Ägypter und der Maya als wertvolles Gut. Ob als die Götter milde stimmende Opfer- oder Grabbeigabe, als stärkendes Heilmittel, Schönheitselixir oder als Zahlungsmittel – Honig war in (fast) aller Munde und das auch als angebliches Aphrodisiakum.

Allerdings ist seine Wirksamkeit als solches nicht wissenschaftlich belegt. Dies gilt insbesondere für den pontischen Honig („Mad Honey“), der häufig als sexuelles Stimulans vermarktet wird. Er enthält hohe Anteile an giftigen Inhaltsstoffen, welche aus mehrheitlich auch Rhododendron-ponticum-Pollen und -Nektar stammen. Dadurch kann sein Verzehr durch Menschen zu unterschiedlichen Vergiftungserscheinungen (u.a. Halluzinationen, aber auch Übelkeit und Erbrechen) führen.

5. Epimedium grandiflorum

Auch bekannt als geiles Ziegenkraut, ist es in der traditionellen chinesischen Medizin zur Behandlung von Beschwerden, wie Erektionsstörungen beliebt. Zell- und Tierstudien liefern erste Anhaltspunkte für diese Verwendung, aber Studien am Menschen sind noch nicht abgeschlossen.

6. Scharfe Chilis

Scharf, schärfer, Chili: Die Ursprünge der Früchte, die gemeinhin als Schoten bezeichnet werden, sind angeblich zusammen mit Columbus aus Mittelamerika nach Europa gekommen. Aber nicht alle Europäer wussten sie gleich zu schätzen; im Gegensatz zu Menschen in anderen Weltregionen wie in Südostasien (wo sie mit portugiesischen Seefahrern hingelangten) oder in den Gegenden des inzwischen ehemaligen Osmanischen Reichs. Inzwischen sind Curry, Sambal-Oelek und Tabasco aber auch vielen Europäern ein schmackhafter Begriff – und all diese Gerichte und Soßen sind gerne etwas chili-schärfer.

Doch Chili ist nicht nur in puncto Kulinarik interessant: Das in den Schoten enthaltene Capsaicin wirkt – im richtigen Maße dosiert – durchblutungsfördernd und wärmend und wird daher gerne in schmerzlindernden Salben und Pflastern angewendet. Auch nutzten die alten Südamerikaner Chili als angebliches Aphrodisiakum. Aber wenngleich das Capsaicin laut Volksglaube die Zungen-Nervenenden stimuliere und damit dazu beitrage, dass Sexualtriebs fördernde Chemikalien in größerem Maße ausgestoßen würden, konnte dies bisher nicht von wissenschaftlichen Studien gestützt werden.

7. Alkohol

Ob Bacchanal oder Orgie: Alkohol wird seit Jahrtausenden als Getränk geschätzt, das für gute Laune und ein lustvolles Maß an Enthemmung sorgt. Wobei die Geschichte des Alkohols nicht erst bei den antiken Griechen und Römern begann; schon vor 12.000 Jahren erfanden die Anatolier eine Vorstufe des Bieres, das auf gegorenen Wildgras-Körnern basierte. In Babylon und in Ägypten wurden die Bier- und Weinherstellung dann professionalisiert – Bier für das einfach Volk und Wein für die höheren Gesellschaftsschichten.

Es überrascht somit nicht, dass Alkohol parallel dazu für die religiöse Verehrung wichtig wurde – Jesus konnte auf der Hochzeit von Kana beim Verwandeln von Wasser in Wein ein Lied davon singen. Und nicht nur das: Alkohol desinfizierte, was schmutziges Trinkwasser erst oft ansatzweise genießbar machte. Als dann im Mittelalter im 12. Jahrhundert in Italien die Destille erfunden wurde, wurde der Alkohol aber deutlich hochprozentiger. Mit allen bekannten negativen Folgen, mit denen sich die Menschen bis heute auseinandersetzen.
Bleibt also noch die Frage, wie es mit der luststeigernden Wirkung aussieht.

Die ist – wie schon in Shakespeares‘ ‚Macbeth‘ festgestellt wurde – ein zweischneidiges Schwert: Denn in der richtigen Dosierung regt Alkohol die im Zwischenhirn befindlichen Lustzentren an und wirkt angstlösend sowie hemmungsdämpfend. Aber nicht zu früh gefreut: Zu viel Alkohol kann nämlich bei Männern wie Frauen zu einer Minimierung der Empfindungen führen. Zudem deuten diverse wissenschaftliche Studien darauf hin, dass Erregungsstörungen, Erektionsschwierigkeiten und Orgasmus Störungen keine Seltenheit sind.

Fazit zum Aphrodisiakum:

Wir haben ihnen in den Thema: Was ist ein starkes Aphrodisiakum mehrere Lebensmittel, Gewürze und Leckereine vorgestellt. Ein kleines Glas als Anregung, okay. Wirklich harte Drinks und Co. haben aber eher den genau gegenteiligen als den eigentlich gewünschten Aspekt zur Folge. Sie genießt man daher besser nicht, wenn es um Verführung und Liebe geht. Mäßigung ist beim Alkohol als Aphrodisiakum das Zauberwort!

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