Wie beschäftigt man Demenzkranke?

Wie kann man Demenzkranke motivieren?

Wie beschäftigt man Demenzkranke?
Wie beschäftigt man Demenzkranke?
Demenzkranke zu motivieren, ihre noch vorhandenen geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu trainieren, ist von großer Bedeutung. Denn sind Fähigkeiten und Kompetenzen erst einmal verloren, können sie oftmals nicht wieder zurück erworben werden. Eine sinnvolle Aktivierung trägt daher dazu bei, den Betroffenen ein möglichst langes möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Wie beschäftigt man Demenzkranke, ist oft die Frage der Familie, Bekannten und Verwandten.
Dabei ist zu betonen, dass ‚sinnvoll‘ immer von der individuellen Person und ihrer Persönlichkeit abhängt. Es gibt also keinen pauschalen Weg, der allen Dementen hilft. Stattdessen müssen alle Betroffene in ihrem jeweiligen, dann aktuellen körperlichen wie geistigen Zustand abgeholt werden.

Als Aktivitäten bieten sich unter anderem Biografie-Arbeiten, Malen, Lesen und Vorlesen, das Hören von Musik, das Ausüben von alltäglichen Hausarbeiten und Bewegungs- sowie Gedächtnistrainings an. So oder so ist aber wesentlich, dass die dementen Personen dabei das Gefühl haben, dass sie ein wichtiger Teil der Gruppe sind. Schließlich generieren sie darüber, dass ihr ‚Einsatz‘ wertvoll ist und geschätzt wird, viel Motivation und Selbstbewusstsein. Der Spaßfaktor sollte daher bei der Auswahl der kreativen Tätigkeit nicht unter-schätzt werden.

Welche Übungen helfen bei Demenz?

Geeignete körperliche Übungen für Demenzkranke sorgen dafür, dass deren Motorik lange und umfassend erhalten bleibt. Oft stellt sich die Frage: Wie beschäftigt man Demenzkranke? Zu den gesunden und empfehlenswerten Beschäftigungen zählen unter anderem……

  • Spaziergänge,
  • Gymnastik,
  • Ball- oder Luftballon-Spiele,
  • Tanzen, aber auch
  • Haushaltstätigkeiten wie das Kochen oder Gärtnern.

Für das Gedächtnistraining bietet es sich an, ein gezieltes kognitives Training auszuprobieren. Zudem wirken sich beispielsweise das:

  • Bilden von Buchstabenketten,
  • Rückwärts-Buchstabieren,
  • Lösen von Zahlenrätseln und
  • das Sortieren von Gegenständen und Co.
  • positiv auf die Gedächtnisleistung aus.

Und auch im gefühlsmäßigen Bereich lässt sich viel für das Wohlbefinden von Demenz-kranken machen. So tut ihnen der Kontakt zu Tieren in Kombination mit Streicheln, Füttern, Bürsten und Ausführen (in Abhängigkeit der eigenen körperlichen Fähigkeiten) oft-mals sehr gut. Gleiches gilt für das Ausüben von musischen Aktivitäten wie dem Malen, Singen, Musik-Hören oder Schauspielern.

Was versteht man unter 10 Minuten Aktivierung?

Die 10 Minuten Aktivierung geht auf ein Konzept von Ute Schmidt-Hakenberg zurück. Sie ermöglicht es, demente Menschen selbst bei wenig Zeit gezielt zu aktivieren. Außerdem lässt sich sie für einzelne Personen wie für Gruppen gleichermaßen gut anwenden.
Das Ziel dabei ist es, den individuellen dementen Menschen in einem Bereich abzuholen, den er persönlich sehr gerne mag. Wichtig ist auch, dass das Vorgehen einen Bereich betrifft, in dem er selbst das Gefühl hat, etwas Gutes für sich und alle anderen tun zu können. In der Konsequenz liegt die Herausforderung häufig darin, einen gemeinsamen Nenner für mehrere Demenzerkrankte zu finden. Was natürlich möglich, aber aufwendiger als bei der Betreuung einer einzelnen Person ist.

Eine weitere Grundidee liegt darin, eine Aktivität zu gestalten, die idealerweise zwischen zehn und zwanzig Minuten Zeit in Anspruch nimmt. In diesem zeitlichen Bereich sind die Aufmerksamkeit und die kognitiven Fähigkeiten am ausgeprägtesten. Ergänzend dazu vermitteln regelmäßige Wiederholungen der Aktivität das Gefühl eines Rituals und von Sicherheit. Ein bewährtes, weil gut vorzubereitendes und bei Bedarf schnell in den Einsatz zu bringendes Hilfsmittel ist die Aktivierungskiste.

Was ist eine Aktivierungskiste?

Aktivierungskisten lassen sich in zwei verschiedene Grundtypen einteilen. Wie es die Be-zeichnung bereits verrät, handelt es sich um Kisten, in denen sich verschiedene Utensilien befinden.

  • Beim ersten Typ handelt es sich um eine themengebundene Aktivierungskiste. Wäre das Thema ‚gärtnern‘ finden demente Personen in ihr alles, was sie für das Ein-setzen oder Umtopfen von Pflanzen benötigen. Beispielsweise die Erde, kleine Schaufeln, eine größenmäßig angepasste Gießkanne, Blumentöpfe und was noch alles dazu gehört. Sobald sie zum Einsatz kommt, kann die Kiste bei Bedarf schnell und unkompliziert um die noch fehlenden Pflanzen ergänzt werden. Der Rest wartet aber bereits auf seinen Einsatz.
  • Eine andere Option ist es, eine personenbezogene Aktivierungskiste anzufertigen. Sie bezieht sich auf einen ganz speziellen, einzelnen Menschen und enthält Gegen-stände, die für ihn und sein Leben relevant sind. Wobei genau es sich darum ideal-erweise handelt und was ihn besonders anspricht (Fotos, Bücher, Rezepte, Schall-platten o. ä.) muss allerdings ein wenig ausprobiert werden. Zudem können damit verbundene Vorlieben von Zeit zu Zeit etwas schwanken.
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