Emotionale Intelligenz

Fähigkeit die Gefühle den anderen zu erkennen gehört zur Emotionalen Intelligenz

Emotionale Intelligenz
Emotionale Intelligenz
Intelligenz ist Intelligenz ist Intelligenz. Ein Ansatz, der in der Wissenschaft schon seit einiger Zeit als überholt gilt. Tatsächlich lassen sich mehrere Arten der Intelligenz voneinander unterscheiden. Dazu zählen unter anderem die logisch-mathematische, die kreative, die sprachliche und eben auch die emotionale Intelligenz.

Was versteht man unter emotionaler Intelligenz?

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihr ist nicht neu. Schon in den 1920er Jahren fand sie als ‚soziale Intelligenz‘ in Forschungen von Edward Lee Thorndike und David Wechsler Erwähnung. 1990 erarbeiteten dann John Mayer sowie Peter Salovey den heute genutzten Begriff der ‚emotionalen Intelligenz‘.
Mit seiner Hilfe beschreibt man die Fähigkeit, sowohl eigene als auch die Emotionen anderer Personen zu erkennen und nachzuvollziehen. Im Anschluss daran gelingt es idealerweise, diese Eindrücke konstruktiv auszuwerten, zu beeinflussen und damit für weitere Handlungen nutzbar zu machen.
Von daher braucht die emotionale Intelligenz nicht im Gegensatz zum allgemeinen Sachwissen beziehungsweise zur logisch-mathematischen Intelligenz zu stehen. Vielmehr ergänzen sich all diese Aspekte und sorgen für einen breiteren Intelligenzbegriff mit mehreren Facetten.

Was ist emotionale Intelligenz? Beispiel

Eine Lehrerin betreut eine Schulklasse mit 23 Schülern. Sie beobachtet, dass sich ein Schüler, der ansonsten immer engagiert und fröhlich-offen mitgearbeitet hat, immer mehr zurücknimmt. Er will nichts mehr sagen und zieht sich auch im Umgang mit seinen Mitschülern zunehmend zurück.
In einer Pause bittet sie ihn, ohne dass die anderen Schüler dies bemerken, um ein Gespräch. In diesem fragt sie ihn, ob er keinen Spaß am Unterricht mehr habe, weil er sich deutlich weniger melde. Dabei vermeidet sie es bewusst, über Zensuren zu sprechen. Er berichtet ihr daraufhin, dass er von anderen Schülern angegangen worden sei. Diese würden die ihn für einen Streber und einen Angeber halten. Sie verspricht ihm, die Sache diskret zu behandeln und im Unterricht nicht darüber zu sprechen.

Nach einigen Sitzungen wechselt die Lehrerin das Unterrichtskonzept. Sie bildet kleine Schüler-Expertenrunden. Diese Gruppen erarbeiten gezielt Zusatzinformationen, um die Diskussion zum laufenden Thema in der Restklasse zu ergänzen und weiterzubringen. Dadurch wird jeder Schüler einmal ein Experte zu einem Thema seiner Wahl. Sein Wissen wird maßgeblich für den Fortschritt der anderen sein. Gleichzeitig kommt jeder nun nebenher in die Situation, mit der sich vorher nur der einzelne Schüler konfrontiert sah. Inklusive der Möglichkeit, das eigene Verhalten zu reflektieren und zu verändern. Welche Kompetenzen lassen sich in Bezug auf die emotionale Intelligenz der Lehrerin daraus ableiten?

Welche Fähigkeiten machen emotionale Intelligenz aus?

Mit der emotionalen Intelligenz werden verschiedene Fähigkeiten in Verbindung gebracht. Der US-amerikanische Psychologe Daniel Goleman verweist dabei auf vier große Blöcke, die sich aus

  • der Selbstwahrnehmung (objektive Betrachtung des eigenen Tuns und Bewusstsein dafür, warum man wie handelt)
  • dem sozialen Bewusstsein (der Fähigkeit, empathisch zu handeln und damit potenzielle Konflikte schnell und gezielt zu entschärfen)
  • dem Selfmanagement (durch das man speziell in plötzlichen Stress- und Veränderungssituationen kontrolliert und nicht zu impulsiv reagiert)
  • und dem Beziehungsmanagement (dem optimistisch-realistischen Motivieren an-derer Personen und sich selbst sowie einem gelungenen Networking)

zusammensetzen und – sofern alle Aspekte miteinander in Einklang stünden – zu einer höheren Resilienz führen würden.

Ist emotionale Intelligenz angeboren?

Diese Frage diskutiert man in wissenschaftlichen Kreisen immer noch kontrovers. Tendenzielle Einigkeit besteht darin, von einer diesbezüglichen Grundveranlagung auszugehen. Diese könne nahezu jeder Mensch aber im Laufe seines Lebens aber sehr wahrscheinlich weiter trainieren. Diesbezüglich liegen aber noch keine allgemeingültigen Studien vor.
Das Fehlen entsprechender Studien bedeute indes nicht, dass ein gezieltes Training der emotionalen Intelligenz per se unnütz sei. Wer seine eigenen und fremde Emotionen bewusst wahrnehmen und richtig deuten kann, hat in Gruppen schließlich häufig Vorteile. Entsprechende Übungen dafür bestehen daher oftmals aus Selbstbeobachtungen, Rollenspielen / Theateraufführungen, dem Lesen von Büchern oder Diskussionen mit mehreren Teilnehmern.

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Warum ist es wichtig emotional intelligent zu sein?

Eine vergleichsweise hohe emotionale Intelligenz wird häufig mit verschiedenen Attributen assoziiert. So schreibt Goleman Menschen mit dieser Kompetenz

  • Selbstbewusstsein,
  • Flexibilität,
  • Belastbarkeit,
  • eine vergleichsweise stark ausgeprägte Stressresistenz und
  • eine konstruktivere Fokussierung auf ihre individuellen Ziele
    zu.
    Kurz gesagt: Wer einen hohen EQ besäße, sei emotional und mental stärker als andere Personen ohne diese Eigenschaft.

Das habe positive Auswirkungen auf verschiedene Bereiche. Dazu würden unter anderem

  • ein offeneres und produktiveres Klima im beruflichen Umfeld,
  • ein leichterer Umgang mit Kindern und Jugendlichen, da sie sich ernstgenommen und besser verstanden fühlen
  • sowie ein vertrauensvolleres Verhältnis zwischen Patienten und Medizinern
    zählen.
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