Was ist Glück?

Das Glück ist vielseitig. Das Glück ist vielfältig und auch noch individuell.

Was ist Glück?
Was ist Glück?
Besteht ein Recht auf Glück? Geht man nach den USA, ist das definitiv der Fall. Immerhin wird das zumindest das Streben nach Glück in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten in Form des „Pursuit of Happiness“ als originäres und individuelles Freiheitsrecht bezeichnet. Aber was ist Glück überhaupt? Mit Glück bezeichnet man einen sehr vielschichten Begriff, wobei die Bandbreite nach gängigen Kurzdefinitionen meist die Erfüllung von Wünschen umfasst – teilweise in einem einzelnen Moment, teilweise auf Dauer, von der tiefen friedlichen Erfüllung bis hin zur überbordenden Ekstase.

Darüber hinaus werden häufig auch zwei verschiedene Varianten, das situative Zufallsglück oder das mittel- bis langfristige Lebensglück (zuweilen im Rahmen von kontroversen Diskussionen auch als Zufriedenheit umrissen) unterschieden. Woran bereits erkennbar wird, dass das Glück in den Untersuchungen diverser wissenschaftlicher Fachrichtungen zum Thema wird.

Die Frage: Was ist Glück? Kann man nicht pauschal beantworten. Ein junge Mensch empfindet das Glück anders als ein pensionierte Erwachsene. Und auch eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Ansichten und Meinungen zum diesem Thema. Daher wurde, wird und kann man sich in dem jetzigen Momenten nicht über eine konkrete Definition einigen.

Wer definiert Glück auf welche Weise?

So wie jeder einzelne Mensch etwas anderes unter seinem subjektiven Wohlbefinden versteht, so interpretieren auch verschiedene wissenschaftliche Disziplinen das Glück auf unterschiedliche Arten.

  • Die Psychologie beispielsweise wertet das Glück als eine Erfindung von totaler Harmonie – ausgelöst durch das Zutreffen von konkreten Erwartungen oder durch die Befriedigung von Bedürfnissen.
  •  In der Medizin dagegen steht der Neurotransmitter Serotonin im Mittelpunkt. Der „Glücksbotenstoff“ trägt wesentlich dazu bei, dass wir und wohl und glücklich fühlen. Kein Wunder also, dass Menschen viel dafür tun, dass er ausgeschüttet wird.
  • In der Sprachwissenschaft gilt Glück als das, was man erreicht hat und was einem positiv gelungen ist. Die Wurzeln des Worts lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen, als „gelucke“ oder „gelücke“ vom Begriff „gelingen“ entlehnt wurde.
  • Aber auch die Pädagogik befasst sich mit dem Glück. An deutschen Schulen wird es seit 2007 inzwischen sogar als eigenes, optional wählbares Unterrichtsfach geführt. Schwerpunkte sind dabei neben der Identitätsfindung und (sportlichen) Körpererfahrungen auch soziale Verantwortung, Stress-
    und Zeit Management sowie Ernährung.
  • Eine weitere Disziplin, die sich zumindest teilweise mit der Erforschung des Glücks und der es auslösenden Faktoren befasst, ist die Volkswirtschaft. Interessanterweise zeigte sich bei Untersuchungen aus diesem wissenschaftlichen Bereich, dass ein höheres Einkommen und ein entsprechender Status offenbar nicht zwangsweise zu einem größeren Glücksgefühl führen. Was die These, dass Geld glücklich mache, zumindest diskutabel erscheinen lässt.
  • Und dann bleiben noch Theologie und Philosophie. Während Glück in der Theologie eine spirituelle Erfahrung ist, die die Menschen machen, die glauben, wird im philosophischen Ansatz festgestellt, dass Glück im besten Falle eher ein Persönlichkeitswert ist, der von materiellen Dingen idealerweise unabhängig ist. Man denke nur an Senecas Ausführungen in seinem Werk „Vom glücklichen Leben“. Oder an Aristoteles‘ These, dass das Glück das größte Ziel der eigenen Existenz sein solle und dass es sich darin ausdrücke, dass das eigene Tun und der eigene Charakter miteinander in einen harmonischen Einklang gebracht würden.

Glück ist individuell – unterliegt aber auch einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung

Was das Empfinden von Glück letztlich auslöst, ist von Person zu Person unterschiedlich – wenngleich es bestimmte Faktoren wie

  1. einen sozial ansprechenden Kontakt zu anderen Menschen,
  2. eine erfüllende Tätigkeit (sei es im Beruf oder in der Freizeit)
  3. oder das regelmäßige Ausprobieren von neuen Dingen

gibt, die für viele Menschen zum Erleben von glücklichen Momenten beitragen. Die gute Nachricht ist also, dass jeder zumindest ein wenig zu seinem eigenen Glück beitragen kann. Der damit verbundene Haken ist aber, dass oftmals der Eindruck entsteht, dass jeder daher möglichst permanent glücklich sein sollte. Eine Erwartungshaltung, die natürlich unrealistisch ist und die im wahrsten Sinne des Wortes unglücklich macht.

Von daher ist es sicherlich sinnvoller, dem Glück eine Chance zu geben und die Grundlage dafür zu legen, dass es einen gerne heimsucht. Ob es dann aber auch tatsächlich kommt, steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt. Komplett erzwingen lässt es sich jedenfalls nicht. Aber das ist ja auch das Schöne daran, dass es eben doch einen gewissen glücklichen Zufall gibt …

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